Maulwürfe im Garten – Umgang mit den Tieren

Ganz früher einst, da stand der Großvater mit dem Spaten lauernd vor seinem Bau. Warum? Weil er sich fürchterlich über seine vielen, kleinen Hügel im Garten ärgerte. Heute ist das Töten des kleinen Kerlchens gesetzlich verboten, ebenso wie das Umsetzen. Um wen es geht? Meister Mole, der Maulwurf(n). Doch nicht nur durch seine Hügel zeichnet er sich aus. Er ist ein echter Nützling.

Welche Arten gibt es?

Insgesamt soll es etwa 35 verschiedene Arten der Maulwurffamilie geben. Hier in Deutschland gibt es nur den einen: Den europäischen Maulwurf. Als Insektenfresser ist er gar nicht mal so nutzlos. Er galt lange als Plage und Schädling. Zwischen 6 und 22 Zentimeter kann der kleine Kerl groß werden und sein Gewicht liegt bei cirka 10 bis 170 Gramm. Bekanntlich ist der Maulwurf blind, das ist auch kein Ammenmärchen, sondern Tatsache – denn: Wieso sollte Meister Maul unter der Erde gucken können? Dort ist es sowieso dunkel und er tastet sich voran.

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Der europäische Maulwurf hat ein Fell ohne Strich, sodass es sich in seinem Bau sowohl vor- als auch rückwärts bewegen kann. Der Schwanz ist kurz und mit nur wenigen Haaren besetzt, die auch eher zur Orientierung dienen. Die schaufelförmigen Vordergliedmaßen sind keine Erfindung von Filmmachern, sondern tatsächlich derart ausgebildet, um besser schaufeln zu können. Die Fellfarbe kann von hellem Grau, über braun bis hin zu schwarz variieren.

Wieso solltest Du den Maulwurf schützen?

Klar nerven manchmal die Maulwurfhügel, aber den Maulwurf zu töten ist verboten! Und das mit Recht, denn der possierliche kleiner Kerl ist kein Vegetarier. Er hilft auch Dir im Garten, wenngleich Du es nicht sofort bemerkst. Am liebsten tummelt sich Meister Maul in trockenen Böden, wie unter Wiesen und in Wäldern.

Unterirdisch befinden sich unter Deinem Wochenenddomizil einige Larven und Puppen, die später zu Schädlingen werden. Dein kleiner Gartengehilfe empfindet solche Insekten als Delikatesse. Gen Winter ist in der Tiefe weniger Futter für Ihn zu finden, sodass in der kalten Jahreszeit eher mehr Maulwurfhügel zu sehen sind, da sich auch die Larven und Puppen eher oberflächlich befinden.

Wie entstehen diese Hügel?

Der typische Maulwurfhügel ist kinderleicht erkennbar, aber nicht zu verwechseln mit einem Bauausgang einer Wühlmaus. Der Gang des Maulwurfs befindet sich nicht, wie oft angenommen, direkt unter dem Hügel, der aus dem Aushubmaterial (Erde) besteht. Da der kleine Mann seine Gänge schräg nach oben buddelt, befindet sich der eigentliche Gang etwa 15 Zentimeter neben dem Ausgang.

Sehr fleißig ist der Maulwurf und vor allem schnell, wenn Du bedenkst, dass er bei lockerem Boden bis zu 7 Meter pro Stunde graben kann. Unterirdisch gibt es dann Kammern, die miteinander verbunden sind durch verschiedene Gänge. Als echte Burgen werden die ganz großen Maulwurfshügel bezeichnet, die durchaus eine Größe von bis zu 60 Zentimetern annehmen können.

Maulwürfe im Garten – Was kann man dagegen tun?

Wenn Dich die inzwischen ja seltener vorkommenden Hügel derart stören, dass Handlungsbedarf besteht, solltest Du zunächst versuchen, dem Buddler den Spaß zu verderben, indem Du die Hügel platt trittst. Funktioniert das eher suboptimal, solltest Du mit Gerüchen gegen ihn vorgehen. Die Nase des Maulwurfs ist ausgesprochen sensibel. Knoblauch kannst Du verwenden, allerdings musst Du die scharfe Knolle natürlich entsprechend häufig wechseln.

Auch Hundehaar mag er gar nicht riechen. Wenn Du selbst keinen Vierbeiner hast, der gerade zum Friseur muss, dann frag doch ruhig Deinen Nachbarn, ob er Dir nicht ein paar Büschel einsammeln kann. Das Fell stopfst Du einfach in das Maulwurfloch, das wird er dann automatisch meiden. Einen Winterschlaf gönnt der Maulwurf sich übrigens nicht, er ist relativ frei jeglichem Rhythmus´ aufgrund seiner unterirdischen Umgebung, Tages- und Nachtrhythmus ist also im Dunklen gar nicht gegeben. Mehr als 4 bis 5 Stunden am Stück schlummert der fleißige Kerl nicht.

Eine weitere Variante, ihm das Revier in Deinem Garten zu vermiesen ist, die Hügel mit bis zur Hälfte eingesteckten Getränkeflaschen zu bestücken. Darin fängt sich der Wind und das Geräusch mag der kleine Mann nicht. Aufgrund seines schlechten Sehvermögens ist bei ihm das Gehör umso besser ausgebildet und er hat gern seine Ruhe, also jeglicher Krach stört ihn generell. Wohlmöglich schafft also schon ein ausgiebiger Kindergeburtstag mit vielen trappelnden Füßchen Abhilfe. Regelmäßiges Rasenmäher, z.B. mit einem Rasenmäher Roboter kann ebenfalls ausreichend Lärm verursachen.

Ein versöhnliches Schlusswort

Aufgrund der Jagd durch Menschen, sowie Minustemperaturen und Hochwasser gibt es kaum noch Tiere, die 5 Jahre alt werden. Da lange Zeit leider der Irrglaube umher ging, der Maulwurf würde den Beeten schaden, minimierte sich seine Population. Doch da ja mittlerweile weitreichend bekannt sein sollte, dass der Maulwurf ein Nützling und kein Schädling ist, ist auch klar, dass er sich für einen Engerling als Mittagbrot begeistern würde und nicht für eine Karotte aus Deinem Garten.

Wenn Du den kleinen Buddler also als Nützling wahrnimmst wirst Du erkennen, dass er sowohl Deinen Boden auflockert, als auch die im Boden schlummernden Schädlinge wie Schnecken und Co. von Deinem Beet fernhält. Des Weiteren ist die Anwesenheit des Maulwurfs ein eindeutiges Zeichen für einen gesunden Garten!

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1 Kommentar

  1. Wie kann man denn mit dem Maulwurf im Garten im Einklang leben? Gibt es eine Möglichkeit ihm zu zeigen WO er buddeln darf und dass er die Rasenfläche bitte in Ruhe lässt. Alles andere wäre mir so ziemlich egal, aber die Hügel stören ja nunmal immer auf dem Rasen. Ansonsten könnte ich mit ihm koexistieren ;)

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