Holzsammelschein: Kosten, Antrag und Co.

Wie im Mittelalter: Holz selbst sammeln und verarbeiten.

holzsammelschein
Mit dem Holzsammelschein darf Holz aus öffentlichen Wäldern selbst verarbeitet werden.

Holz aus dem Wald zu holen ist beliebt. Nicht nur wegen der jährlich steigenden Preise für Öl, Gas und Strom, sondern auch wenn es am Abend ein schönes Lagerfeuer geben soll, die Feuerschale befeuert werden soll oder gar der Grill heute mit Holz statt Kohle betrieben wird. Was viele Leute nicht wissen: Holz darf nicht einfach gesammelt werden. Dazu braucht es einen Holzsammelschein!

Wer braucht einen Holzsammelschein?

Jeder, der sich im öffentlichen Wald selbst mit Holz versorgen möchte. Gesammelt werden darf Holz nur, wenn die Erlaubnis der Gemeinde dazu vorliegt. Und diese gibt es in Form des Sammelscheins. Die Selbstversorgung mit Brennholz ist in den letzten Jahren stark gewachsen. So steigt auch die Nachfrage nach dem Holzsammelschein jährlich.

Einige Gemeinden mussten zwischendurch die Ausgabe des Scheins stoppen. Wuppertal etwa, hatte im Jahr 2006 eine deutlich zu große Nachfrage nach der Erlaubnis, Holz im Gemeindewald zu sammeln. Die wenigen Förster im Stadtgebiet sind mit den Kontrollen und Einweisungen nicht mehr nachgekommen. Es waren nur zwei Förster auf 4.000 städtische und private Waldgrundstücke. Für die Stadt deshalb nicht mehr verwaltbar. Somit stellte Wuppertal die Ausgabe neuer Sammelscheine für einige Wochen ein.

Wo darf ich Holz sammeln?

In den Gemeindewäldern und den Gebieten, die auf dem Holzsammelschein ausgezeichnet sind. Keinesfalls darf einfach an beliebigen Orten Holz gesammelt werden. Schon gar nicht in anderen Gemeinden oder in Privatwäldern, wenn keine Erlaubnis dafür vorliegt.

Viele Wälder haben zusätzlich geschützte Gebiete. Diese dürfen nicht betreten werden. In den Monaten März, April und Mai gilt i.d.R. ein Schutz für den Nachwuchs der Wildtiere. Aktivitäten sind in diesem Zeitraum untersagt. Auch wenn der Holzsammelschein für ein ganzes Jahr gültig ist. Der Nachwuchs der Wildtiere geht hier vor.

Dürfen Bäume gefällt werden?

Ja und Nein. Der Holzsammelschein berechtigt in erster Linie zum Sammeln von Holz. Wird ein Baum gefällt, muss dies extra beantragt werden. Das Forstamt teilt dann die entsprechenden Bäume zu. Hier ist zusätzlich zu beachten, dass beim Einsatz einer Motorsäge auch der entsprechende Führerschein für diese vorhanden sein muss. Ohne Motorsägenführerschein gibt es keine Erlaubnis diese zu benutzen. Es bleibt dann die Axt und Handsäge als Werkzeug übrig.

Baum fällen

Wann darf ich Holz sammeln?

Generell nur bei Tageslicht. In den Wäldern ist bei Dunkelheit kein Holz sammeln erlaubt. Die Gemeinden räumen das Recht zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein. Außerdem sind gesperrte Monate für den Nachwuchs der Wildtiere zu beachten.

Holzsammelschein beantragen

Grundsätzlich hat jede Gemeinde und jedes Forstamt eigene Bestimmungen für den Holzsammelschein. Diese sind dort individuell zu erfragen. Wer einen neuen Schein beantragt, bekommt diesen für einen befristeten Zeitraum ausgehändigt. Die Gültigkeit variiert zwischen einem Monat bis zu einem Jahr. Der Sammelschein muss immer bei sich geführt werden, da er bei Kontrollen durch Förster und Polizei jederzeit nachweisbar sein muss.

Wird Holz ohne Schein gesammelt, droht die Anzeige wegen Holzdiebstahl!

Wer einen Holzsammelschein beantragen geht, legt dort mit der Gemeinde auch die Menge an Holz fest. Es darf eine bestimmte Holzmenge nicht überschritten werden. Auch wird oft eine Mindestabnahme festgesetzt. Die Menge wird immer in Raummetern angegeben. Die Mindestmenge entspricht in vielen Gemeinden drei Raummeter.

Die Holzsammelschein Kosten

Ab 10 Euro gibt es eine Genehmigung. Jedoch richtet sich der Preis deutlich nach der gewünschten und geforderten Abnahme an Holz in Raummetern. Wer möchte, kann zum Beispiel für nur 200 Euro im Jahr ein Volumen von 15 Raummetern sammeln. Diese Menge ist wirklich viel und es kann sich im Vergleich zum Einkauf von Brennholz lohnen. Je Raummeter liegt der Preis zwischen 10 bis 30 Euro.

Was es genau kostet, sagt das Forstamt. Sobald Holz gesammelt wurde, stapelt man dieses am Wegrand im Wald. Dann wird der Förster das Holz begutachten und vermessen. Die Qualität wird bestimmt und es wird ein Preis festgesetzt. Danach darf das Holz mitgenommen werden. Dies sollte auch zeitnah erfolgen, da Diebstahl im Wald keine Seltenheit ist.

Auf einen Hektar darf man ungefähr mit einem Schichtraummeter Holz rechnen. Hierbei ist auch zu beachten ob es sich um einen Privatwald oder Gemeindewald handelt. In den meisten Fällen sind Gemeindewälder deutlich besser bewirtschaftet.

Wo kann ich den Holzsammelschein beantragen?

Dazu einfach bei der Gemeinde oder dem Forstamt in der Gemeinde melden. Diese erklären alle Fakten zum Schein. Die Bürokratie für so einen Holzsammelschein ist überschaubar.

Fazit

Der Holzsammelschein kann eine günstigere Alternative zum gekauften Brennholz sein. Damit das Holz aber bis in den heimischen Ofen kommt, ist einiges an Aufwand fällig. Es muss im Wald gesammelt und gestapelt werden. Dann muss der Förster es bewerten und anschließend darf es in Eigenregie nach Hause transportiert werden. Dort muss Holz zu Brennholz gehackt werden. Nun passt es in den Ofen. Womöglich ist es noch notwendig es zu trocknen. Platz zur Lagerung wird auch benötigt.

Wer alles beachtet und am Holz interessiert ist, macht beim Holzsammelschein sicher sehr viel richtig. Alle anderen aber sind besser damit bedient, sich Brennholz richtig einzukaufen und frei Haus in passender Größe liefern zu lassen.

Titelbild © Gebi – Fotolia.com
Foto: Baum fällen © AK-DigiArt – Fotolia.com

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