Knoblauch setzen – aber richtig!

Knoblauchzehe

Die Meinungen über die scharfe Knolle gehen sehr auseinander. Medizinisch unumstritten reich an Vitaminen, man sagt dem Lauch sogar entzündungshemmende Wirkung nach. Doch primär ist er geschmacklich wie geruchlich intensiv, im Garten hilfreich gegen Störenfriede – aber leider auch gegen die, die ihn einfach nicht riechen können. Geruchsbelästigung oder köstlicher Duft? 

Pflanztermine für den Knooblauch

Knoblauch belegt gleich zwei Termine im Gartenjahr: Februar und Mitte Oktober. Im Allgemeinen ist das Zwiebelgemüse, was Du im Oktober setzt größer und ein wenig schneller reif als der, den Du im Februar setzt. Selbstverständlich musst du den überwinternden Knobi vor zu starkem Frost schützen, bestenfalls durch eine Mulchschicht. Allerdings brauchte ich bisher nie eine Mulchschicht, ich empfand die tolle Knolle eher als unempfindlich bis unkompliziert.

Nichtsdestotrotz ist es besser, nicht zu früh an´s Werk zu gehen, denn die Knoblauchsetzlinge sollen erst bei Wintereinbruch anwurzeln. Somit verschiebt sich ihre Hauptwachstumsphase auf das Ende der Frostperiode. Bei vorherigem Austreiben ist es leider wahrscheinlich, dass die zarten Sprosse erfrieren. Übrigens soll der starke Geruch der Pflanze nicht nur das nächste Date oder Vampire verjagen, sondern auch zahlreiche Schädlinge (wie z. B. Wühlmäuse) werden dadurch vertrieben.

Standort

Der Boden sollte nicht zu fest sein, der Platz für den Knoblauch möglichst weit weg von Kohlpflanzen, sonnig und geschützt. Wenn Du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen willst, kannst du den Knoblauch auch zwischen die Erdbeeren pflanzen, um deren Befall vor Pilzen, wie beispielsweise Grauschimmel, zu verhüten.

Zusammen mit Möhren gepflanzt, beugt er dem Befall der Möhrenfliege vor. Auch im selben Beet mit Salaten zugleich soll er Pilzbefall vermeiden. Nicht zu empfehlen wäre er zusammen mit Zwiebelgewächsen und Hülsenfrüchten, da sich so Wachstumshemmungen entwickeln können. Zwischen den Lauchreihen sollten mindestens 30 cm Platz liegen, zwischen den einzelnen Zehen ca. 15 cm. Entweder aus „alten“ Zehen oder aber dem Samen aus einer bereits vorhandenen Pflanze. Dieser ist unverkennbar violett, kugelrund und sehr fest.

Schwieriger wird es im Blumenkasten auf deinem Balkon. Knoblauch mag Freiland, denn die Wurzeln ziehen die wachsende Knolle ein Stück nach unten. Also wichtiger Tipp: Beim Ernten im Beet etwas tiefer graben!

Düngemöglichkeiten

Knoblauch soll ertragreich reagieren auf die Düngung mit Stickstoff. Allerdings soll sich so das Aroma minimieren und die Haltbarkeit beeinträchtigt werden. Greif nicht zu oft zur Gießkanne, denn zu viel Nässe schadet eher, das regelmäßige Hacken vermeidet konkurrierende Beikräuter, zumal das Zwiebelgewächs möglichst viel Sonne benötigt.

Pflanzmethode 1: Aus einzelnen Zehen

Je mehr Reihenabstand vorhanden ist, desto besser lassen ich die Pflanzen später pflegen. Du solltest zwingend darauf achten, dass die Pflanzen nicht von zu viel Unkraut erdrückt werden. Du trennst von einer Knolle einzelne Zehen ab, entfernst die trockene Außenschale (die zeheneigene pergamentartige Haut sollte erhalten bleiben) und steckst sie mit der Spitze nach oben etwa 5 cm tief in die lockere Erde. Danach braucht der Knoblauch Wasser.

Knoblauchzehe

Düngen brauchst du bis zum Frühjahr nicht, ich habe letztendlich stets gänzlich auf Düngung verzichtet. Allerdings habe ich einmal die Zehen mit der Spitze nicht explizit nach oben gesteckt, was zwar dennoch Erfolg erbrachte, aber den jungen Spross viel Kraft kostete und ich die dann entstandene Ernte als kleiner empfand. Danach solltest du nach dem Pflanzen einmal wöchentlich wässern.

Zweite Methode: Aus dem Samen

Du hast einen Nachbarn, der bereits Knoblauch im Garten hat? Prima – dann bitte ihn um etwas von dem Samen aus dem oberen Teil seiner Pflanzen. Sie sind violett und sehr fest und wohl auch essbar, wobei mein Erfahrungsschatz diesbezüglich gen Null tendiert, weil ich nie auf die Idee kam, das zu kosten. Eine echte Blüte hat der starkriechende Knoblauch nicht, eher ein Knäuel, worin sich die Brutzwiebelchen befinden. Die trockene Haut solltest Du nicht entfernen und ansonsten so verfahren, wie beim Setzen aus Zehen.

Sorten

Grob betrachtet gibt es weißen und roten Knoblauch. In meinem Garten finde ich Schlangenknoblauch. Den erkennst Du an einem gewundenen Stiel, in dem sich dann die festen Brutzwiebeln befinden. Je nach Region und Umfeld kann der Geschmack variieren zwischen eher süßlich bis ausgesprochen scharf. Übrigens kannst du auch die Schalotten prima zum Kochen verwenden, ähnlich dem Bärlauch. Je grüner, desto schärfer das Kraut. Ist die Schalotte eher hell, ist sie geschmacklich relativ mild. Den Knoblauch, den du im Netz kaufen kannst, ist Lagerknoblauch in Knollenform.

Die französischen Knollen sollen größer und saftiger sein. Der Frische hingegen ist eher saftig, scharf, mit grünem Stiel und praller Außenhaut. Schnittknoblauch kommt in China vor und ist quasi ein Mix aus Bärlauch und Knobi und wird beispielsweise in Asien als Beilage zu Fisch genossen. Auch die Tigerlilie gehört dazu, wird aber hier nur als Zierpflanze angebaut und selten nur ist bekannt, dass sie in Südostasien gerne als Gemüse angebaut wird und deren Lilienwurzel (Lilienzwiebel) schmackhaft ist. Ausprobiert habe ich das allerdings auch noch nicht. Chinesischer Knoblauch schmeckt mir besonders gut, zumal er wenig Aufwand bei der Verarbeitung macht, da er nur aus einer kleinen Zwiebel besteht und eher mild schmeckt.

Mögliche Erkrankungen und Schädlinge

Aufgrund des starken Geruchs halten sich Schädlinge eher fern. Krank wird die scharfe Knolle nur, wenn Du zu viel wässerst oder Staunässe im Beet entsteht, da so Fäulnis oder Pilze entstehen können, zumeist der sogenannte „Knoblauchrost“. In dem Falle kannst du leider nicht mehr viel unternehmen, als ihn bei Befall gänzlich auszusortieren. Die erkrankten Pflanzen bzw. Knollen sind nicht mehr essbar und vermehren solltest Du die Pflanze auch nicht mehr. Also nimm in dem Falle im kommenden Jahr einen Fruchtwechsel vor.

Ernte – im Frühling oder Frühsommer?

Ernten kannst du, wenn das Laub gelb wird. Der im Frühling geerntete Knoblauch hat ein milderes Aroma als der, den Du Mitte Juli bis Mitte August erntest. Wenn Du also den herzhafteren Knoblauch lieber magst, ernte etwas später.

Danach solltest Du deinen Ertrag abtrocknen lassen, damit Du ihn aufbewahren kannst ohne, dass er eventuell schimmelt. Zu diesem Zweck befreist du die Knollen grob von der Erde und legst sie für einige Stunden zum Trocknen aus, viele entfernen das Laub nicht und flechten ihn auch zu einem Zopf. Es genügt aber, wenn du den Knoblauch zusammenbindest und idealerweise im Keller aufhängst, denn er hält sich besser, wenn es dunkel und kalt ist.

Aufbewahrung und Haltbarkeit der tollen Knolle

Du kannst deinen Knoblauch in Öl einlegen, dazu musst Du Dir allerdings auch die Arbeit machen und ihn schälen. Er sollte aber unbedingt vollständig bedeckt sein von dem Öl. Nicht zu empfehlen ist es, ihn im Kühlschrank zu lagern, denn dort verliert er deutlich an Aroma.
Bitte achte darauf, dass Du Zwiebeln und Knoblauch nicht gemeinsam aufbewahrst, wenn du ihn nicht schnell aufbrauchst. Diesen Tipp bekam ich leider lange nicht und musste viel wegwerfen, weil die Zwiebeln schnell matschig wurden und der Knoblauch einfiel. Ein Korb oder ein anderes luftdurchlässiges Gefäß ist ideal, aber diese Tongefäße mit Luftlöchern kann ich nicht empfehlen, damit fiel ich auf die Nase.

Geruchsarmer Genuss?

Die Frage, um die es sich oft dreht ist natürlich die, wie man es vermeidet, sich bei seiner Umwelt für den Konsum der doch so schmackhaften wie gesunden Knolle entschuldigen zu müssen. Um jedoch gleich Illusionen Einhalt zu gebieten: Vermutlich geht genau das gar nicht.

Dennoch habe ich mich gerne umgehört, belesen, probiert und gegessen, was das Zeug hält. Ich bekam den Tipp, das Herz aus der Knolle zu entfernen, indem man den frischen Knoblauch spaltet. Ich habe das getestet und erkannte keinerlei Unterschied.

Mir empfahl eine Freundin, die es wissen muss, da Sie Inhaberin eines griechischen Restaurants ist, ich solle nach dem Verzehr auf Petersilie herumkauen. Das wiederrum war offen gestanden weniger lecker, da ich schlichtweg Petersilie nicht mag. Was ich interessant fand war, den Knoblauch zu schälen und in Öl einzulegen. Ich habe Olivenöl benutzt und war geschmacklich begeistert, aber ich roch trotzdem. Allerdings hatte ich so sogar leckeres Knoblauchöl als Nebenprodukt. Milch trinken funktioniert definitiv nicht. Haut- und Mundgeruch fühlen sich weiterhin wohl.

Auf die Variante, auf einer Kaffeebohne herum zu kauen, habe ich verzichtet. Denn die Quintessenz des Knoblauchs ist doch letztendlich die – und da werdet ihr mir vermutlich gern Recht geben – dass man ihn gern isst und mag. Oder eben nicht. Und sollte sich an deinem Geruch nach dem Verzehr jemand stoßen, so biete ihm doch einfach ebenfalls welchen an, denn geteiltes Leid ist halbes Leid.

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1 Kommentar

  1. Nicht zu vergessen: Knoblauch sollte man auf jeden Fall auch zwischen, vor und hinter Tomaten pflanzen.
    Das reduziert zu einem Großteil den Befall von Braunfäule an den Tomaten. Jedenfalls erkranken sie, wenn überhaupt, viel später. Ich stecke den Knoblauch schon im Herbst in die Erde und pflanze dann im Mai noch die
    Tomaten dazu.

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