Kinder im Garten: Sonnenschutz für den Nachwuchs

Schützen Sie Ihr Kind vor Sonneneinstrahlung. Egal ob Garten oder Spielplatz.

Sonnenschutz für Kinder im Garten
Sonnenschutz für Kinder ist wichtig - im Garten, auf dem Spielplatz - überall.

An warmen oder gar heißen Tagen macht es nicht immer Spaß, im Garten zu arbeiten und sich um das Wohl der Pflanzen zu kümmern. Für Kinder hingegen, die sich durch Spielen und Planschen im Garten die Zeit vertreiben, kann ein Sonnentag gar nicht lange genug dauern. Doch wo Sonne ist, lauern auch Gefahren – gerade für die Kleinen. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie Ihre Kinder effektiv vor Sonnenbränden schützen und ihnen spielerisch einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Aufenthalt in der Sonne beibringen können.

Kinder: Besondere Risikogruppe bei starker UV-Strahlung

Es ist heutzutage allgemein bekannt, dass es gefährlich ist, sich über einen längeren Zeitraum hinweg ungeschützt der prallen Sonne auszusetzen. Der Grad der Anfälligkeit und des Risikos variieren je nach Intensität der UV-Strahlung und des individuellen Hauttyps, den der betroffene Mensch aufweist. Allgemein wird zwischen folgenden Hauttypen unterschieden:

  • Hauttyp 1: helle, häufig mit Sommersprossen übersäte Haut. Menschen dieses Hauttyps haben oft sehr helle (blonde) oder rote Haare. Braun werden Menschen mit diesem Hauttyp nie. Dafür bekommen sie bei direkter Sonneneinstrahlung innerhalb kürzester Zeit einen Sonnenbrand.
  • Hauttyp 2: Menschen dieses Hauttyps haben ebenfalls eine helle Haut, blonde Haare und meistens blaue oder grüne Augen. Die Gefahr eines Sonnenbrands ist auch in diesem Fall sehr hoch; leichte Bräunung kann sich aber dennoch einstellen.
  • Hauttyp 3: Haare und Augen weisen eine dunklere Färbung auf als bei Hauttyp 1 und 2. Allgemein stellt sich ein guter Bräunungseffekt ein, während zu langes Sonnenbaden immer noch leichten Sonnenbrand hervorruft.
  • Hauttyp 4: Menschen dieses Hauttyps haben eine natürlich braune Haut. Dieser Effekt verstärkt sich unter Sonneneinwirkung schnell und besonders stark. Sonnenbrände sind relativ selten.

Das Problem dabei: Kinder lassen sich keinem dieser Hauttypen zuordnen, selbst wenn die spätere Einordnung durch äußere Merkmale (rote Haare, dunkle Haut etc.) bereits erkennbar ist. Denn Kinderhaut ist per se empfindlicher als die von Erwachsenen und bedarf daher immer des besonderen Schutzes.

Generelle Sonnenschutzmaßnahmen für Kinder

Was sich vielleicht banal anhört, wird oft vergessen und muss daher auch in diesem Artikel Erwähnung finden:

Sonnencreme und schützende Kleidung sind essentielle Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung!

Im Folgenden soll es nun um einige wichtige Aspekte bei der Anwendung dieser grundsätzlichen Sonnenschutzmaßnahmen gehen.

Sonnencreme: Sorgfältig auswählen und regelmäßig benutzen

Für die sachgemäße Auswahl und Verwendung von Sonnencreme für Kinder gibt es einige Grundregeln, die beachtet werden sollten. Hier haben wir eine kleine Liste für Sie zusammengestellt.

  • Hoher Lichtschutzfaktor: Achten Sie darauf, dass die Sonnencreme bzw. das Sonnenspray mindestens den Lichtschutzfaktor 30 aufweist. Für Kinder mit besonders heller Haut empfiehlt sich Lichtschutzfaktor 50.
  • Das Verhältnis des UVB-UVA-Schutzes sollte mindestens 1:3 betragen
  • Farbstoffe und parfümierte Artikel meiden (Hautempfindlichkeiten)
  • Allergieverträglichkeit beachten
  • Sonnenschutz regelmäßig erneuern; vor allem nach jeder Abkühlung im Swimmingpool oder im Planschbecken sollte erneut eingecremt werden.
  • Schenken Sie sogenannten Sonnenterassen (Kopf, Gesicht, Schultern, Arme und Hände) besondere Aufmerksamkeit beim Eincremen.

Sensibilisierung der Kinder für den Umgang mit Sonnencreme

Sonnencreme und Sonnenmilch für Kinder

Bei aller Vorsicht und Fürsorge kann es schon einmal vorkommen, dass man selbst nicht daran denkt, die Kinder vor dem Spielen im Freien einzucremen. Wäre es da nicht schön, wenn die Kinder selbst daran denken und Sie gegebenenfalls erinnern würden? Machen Sie also ein Spiel aus dem Eincrem-Ritual, und Ihre Kinder werden selbst bald merken, dass etwas fehlt, wenn das Eincremen einmal vergessen wurde. Das „Malen“ von Gesichtern, Mustern und Buchstaben mit Sonnencreme auf nackte Haut bietet sich an. Das können Kinder dann auch gegenseitig tun, bevor die Kunstwerke verrieben und einmassiert werden.

Hände waschen nicht vergessen: Achten Sie in jedem Fall darauf (und sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber), dass nach dem Eincremen die Hände gewaschen werden – vor allem dann, wenn es ans Essen geht oder die Kinder gern zwischendurch Kirschen, Beeren und sonstige Früchte aus dem Garten naschen.

Kleidung: Einige Anzieh-Regeln für Kinder

Je nachdem, wie stark die Sonne vom Himmel brennt, sollte zusätzlich zu der Verwendung von Sonnencreme auf das Tragen sonnenschutztauglicher Kleidung geachtet werden. Auch hier finden Sie die wichtigsten Aspekte in Listenform.

  • Hüte und Mützen, die Gesicht, Nacken und Ohren schützen, sind ganz besonders wichtig und sollten Jungen und Mädchen gleichermaßen aufgesetzt werden.
  • Luftige Kleidung, die viel vom Körper bedeckt, ist enganliegenden und knappen Kleidungsstücken unbedingt vorzuziehen.
  • Spezielle Sonnenschutzkleidung, die auch mit einem UVP (Ultraviolett-Protektionsfaktor) ausgestattet ist, gibt es auch zu kaufen (Google Suchergebnisse)

Zur Sensibilisierung Ihrer Kleinen: Mit gutem Beispiel vorangehen!

Kinder kopieren Vorgänge aus ihrer Umgebung – und insbesondere auch das Verhalten ihrer Eltern und Vertrauenspersonen. Was wir also von den Erziehern im Kindergarten verlangen, sollte auch bei uns zuhause gelten: Vorbild sein! Sie werden wesentlich schneller den gewünschten Sensibilisierungserfolg bei Ihren Zöglingen erzielen, wenn Sie ebenfalls durch das Tragen von Hüten und Caps sowie durch regelmäßiges Benutzen von Sonnencreme auffallen. Die regelmäßige und ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit bei Hitze und starkem Sonnenschein ist ebenfalls sehr wichtig. Trinken auch Sie ein großes Glas Wasser, wenn Sie Ihre Kinder dazu anhalten.

Spielen in der Sonne: Wie der Garten zur sicheren Spielwiese wird

Trotz Sonnencreme und schützender Kleidung gilt: Das Meiden der Sonne ist der beste Schutz vor ihr. Dies bedeutet nicht, dass Sie Ihre Kinder zuhause einschließen und nur dann herauslassen sollen, wenn der Himmel wolkenverhangen ist. Aber Sie sollten darauf achten, dass die Kinder bei starkem Sonnenschein eher im Schatten spielen. Um dies zu gewährleisten, haben wir hier ein paar Ideen für Sie zusammengestellt.

Baumhäuser und Buden bauen

Baum als Schattenspender

Kinder bauen für ihr Leben gern kleine Hütten, Verstecke und als kleinen Palast im eigenen Garten: ein richtiges Baumhaus. Schon der Bauprozess, den Sie zusammen mit Ihren Kindern erledigen sollten, trägt zum Sonnenschutz bei, wenn Sie ihn unter dem Baum durchführen. Mit Brettern und langen Stäben sind die kleinen Buden rund um einen Baum durch einfaches Anlehnen schnell zu bauen und auch wieder zu demontieren. Der Aufenthalt unter dem schützenden Blätter- und Bretterdach wird so von den Kindern auch nicht als Zwang, sondern als großes Vergnügen wahrgenommen. Abends kann das Häuschen dann wieder demontiert werden. Das Baumaterial wird einfach aufbewahrt und kann immer wieder für die Konstruktionen von Kinderhöhlen herhalten.

Ein Baumhaus wird sicher zum Stolz Ihrer Kinder werden, wenn es erstmal fertig ist. Hier ist natürlich ein entsprechend großer und tragfähiger Baum die Grundvoraussetzung. Ein gewisser finanzieller und zeitlicher Aufwand ist selbstverständlich auch gegeben, aber Ihre Kinder (und auch die Ihrer Nachbarn) werden es Ihnen danken. Anleitungen für den Bau von Baumhäusern finden Sie vielerorts im Netz (zum Beispiel hier ). Versäumen Sie nicht, die Sicherheitsaspekte zu bedenken und auch Ihre Kinder zu sensibilisieren. Informationen (insbesondere zu Fallhöhen) finden Sie in unserem Artikel: Wichtige Regeln für den eigenen Spielplatz.

Sonnensegel über Spielplätze spannen

Spielplatz ohne Sonnenschutz
Sehr große freie Flächen ohne Sonnenschutz

Nicht immer gibt es ausreichend Bäume im Garten, die als Schattenspender dienen können – oder sie stehen einfach ungünstig an Orten, die sich nicht optimal als Spielplatz für die Kinder eignen. Hier können Sonnensegel Abhilfe schaffen. Solche Segel sind in verschiedenen Maßen und Formen erhältlich. Sie können auf unterschiedliche Arten montiert werden und schützen in entsprechender Ausführung nicht nur vor Sonne, sondern auch vor Regen. Vor dem Kauf sollten Sie

  1. im Garten die Fläche ausmessen, die mittels Sonnensegel überdacht werden soll.
  2. sich über Lichtschutzfaktor und notwendige Pflegemaßnahmen informieren.
  3. darauf achten, dass auch Garantie gegeben wird.

Was im Großen funktioniert, klappt auch im Kleinen: Auf der Webseite von Pina Design finden Sie Informationen zu Sonnensegeln in Kindergärten, die in anderen Formaten auch für Ihren Garten passen können.

Tipi / Indianerzelt zum Selberbauen

Ein wunderbares und schattenspendendes Spielobjekt für Kinder, bei dem diese ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, ist ein Tipi. Dieses können Sie, ebenso wie das Baumhaus, gleich gemeinsam mit Ihren Kindern konstruieren. Nach der Fertigung des Tipis können die Kinder dann unter Zuhilfenahme historischer Vorbilder mit Farben ans Werk gehen und ihr eigenes Indianerzelt mit Mustern, Büffeln, Pferden und anderen Motiven bemalen. Nur zu gern werden sie hinterher mit stolzgeschwellter Brust als Häuptlinge, Krieger und Squaws in ihrem Tipi thronen – ob nun bei Sonne oder bei Regen.

Tipi im eigenen Garten

Eine gute Tipi-Bauanleitung im Netz zu finden, ist gar nicht so einfach – aber wir glauben, es geschafft zu haben. Diese offenbart zwar: Ein ordentliches Tipi zu bauen, ist nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen. Aber auf das Resultat dürfen Sie und Ihre Kinder zu Recht stolz sein!

[box type=“infobox“]
Tipp: Anleitung: Tipi selber bauen

[/box]

Titelbild © Edwardo Cipriano – Fotolia.com
Tipi Bild © BlueOrange Studio – Fotolia.com

1 Trackback / Pingback

  1. Wichtige Regeln für den eigenen Spielplatz › Das Gartenmagazin

Kommentare sind deaktiviert.