Datschen und heutige Schrebergärten

Datscha mit Holzhaus

Die Datschen stammen aus Russland (Datscha) und sind Grundstücke mit Gartenhaus. Heute werden Datschen nach wie vor für Wochenenden als kleiner Erholungsort genutzt. Zu DDR-Zeiten hatte der „Osten“ die weltweit höchste Gartendichte. Datschen sind Zufluchtsorte für Stadtmenschen die Ruhe suchen. Meist sind sie 20 bis 40 Minuten von der Stadtwohnung entfernt.


Wer eine Datscha hat kann sich glücklich schätzen. Anders als heutige Schrebergärten sind Datschen freie Gartengrundstücke mit einer Größe von 400 bis 600 qm die keinem Gartenverein angehören. Dadurch unterliegt man auch keinen Satzungen. Datschen stammen vom kleinen Wort „dat“ ab. Dies bedeutet so viel wie „fürstliches Landgeschenk“. Fürsten und Zaren verschenkten Datschen früher an treue Knechte. Diese Geschenke dienten der Motivation für weitere treue Dienste.

In der DDR vergoldete man sich das Wissen um die Motivation. Der Staat regelte die Vergabe der Datschen und nutzte sie auch dazu, die Bürger zu motivieren. Wer eine Datscha sein Eigen nennen durfte, hatte ein sehr enges Heimatgefühl. Es wurden schnell kleine Bungalows und Gartenhäuser errichtet. Meistens sind es fertige Bausätze gewesen die innerhalb einer Stunde fertiggestellt waren.

Neben der Erholung war es besonders zu DDR-Zeiten den Leuten wichtig, auf ihren Datschen kleine Hobbygärten einzurichten. Obst und Gemüse, aber auch Blumen wurden eifrig gepflanzt und mindestens jedes Wochenende gepflegt. Selbstverpflegung mit Kartoffeln, Karotten und anderem Gemüse war genau so wichtig wie frisches Obst für den Kuchen am Wochenende. Datschen waren und sind auch heute noch ein echter Vorteil.

Was ist geblieben von damals?

Die oft einfachen Hütten mussten frischen Gartenhäusern weichen. Besitzer einer Datscha haben es aber nicht verlernt auf die Qualität von Bausätzen zu setzen. So entstehen auch heute viele Gartenhäuser noch aus Holz-Baukästen die innerhalb von Stunden aufgebaut sind.

Datscha mit Holzhaus

Auch Gartenhäuser aus Stein werden häufig gebaut. Meistens sind diese auf Datschen zu finden, die ihre Besitzer auch für den Sommer als Ferienhaus verwenden oder regelmäßig als Wochenendhaus beziehen. Solche Gartenvillen sind ein sehr schöner Zweitwohnsitz und bieten wann immer man will Erholung.

Große Datscha und Gartenhaus

Die Grundstücke sind auch heute noch durchschnittlich 600 qm groß, aber es gibt deutliche Ausnahmen mit wesentlich mehr Grundfläche. Genutzt werden Datschen immer noch für Obst und Gemüse. Wer früher schon sein Grundstück hatte und Obstbäume gepflegt hat, sieht heute große Kirschbäume und andere Obstsorten auf seinem Gut wachsen.

Kleingärten / Schrebergärten

In Städten sind es heute die Kleingartenanlagen die viel Nachfrage und Zuspruch von Stadtmenschen bekommen. Entsprechend schwer ist es auch heute noch, solch einen Schrebergarten zu erhalten. Die meisten Gärten kann man nur zur Miete oder Pacht erwerben. Meistens gelingt dies dann, wenn man einen Bekannten hat der seinen Garten aufgeben möchte. In den Gärten stehen kleine Gartenlauben und Obst und Gemüse wird oft nach Vorschrift angebaut. Die gestalterische Freiheit ist in einer Gartenanlage durch Vereinssatzungen etc. meistens eingeschränkt.

Trotzdem sind die Gärten ein Ort der Erholung und auch für Wochenenden sehr gut zu entspannen und genießen geeignet. Da die Gärten weit entfernt von Stadtwohnungen sind, kann man hier auch freilich gute Feste feiern. Noch immer ist der Osten Deutschlands am besten mit Gartenanlagen versorgt.

Zum Vergleich: München hat mit 1,3 Mio. Einwohner nur ca. 8.700 Kleingärten. Leipzig hat nur ca. 510.000 Einwohner und kommt auf gut 32.000 Kleingärten. Deutlich mehr als München. Auch Hamburg hat nur 35.000 Kleingärten auf immerhin 1,8 Mio. Einwohner. Im Durchschnitt ist ein Kleingarten 370 qm groß. Die durchschnittliche Pacht pro Quadratmeter liegt bei 17 Cent. Die Ablösesumme bei 1.900 Euro, außer in Großstädten. Hier ist die Ablösesumme meistens deutlich höher, nämlich bei etwa 3.000 – 3.500 Euro.

Deutschland hat in Europa die meisten Mitglieder in Kleingartenvereinen. Satte 970.00 Mitglieder sind es. Immerhin kommt Polen auf Platz 2 immer noch auf 850.000 Mitglieder. Also eine sehr ähnliche Anzahl. Weit abgeschlagen ist die Slowakei auf dem dritten Platz mit nur 130.000 Vereinsmitgliedern.


MDR „Heute im Osten“ bringt am Montag dem 03. Juni 2013 von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr live alles zum Thema „Datschen, Lauben und Heimat“. Wer die Sendung sich ansehen möchte kann dies auf der mdr.de Seite unter folgendem Link: Datsche, Laube, Heimat?


Besitzen Sie eine Datscha aus alten Zeiten oder sind Sie Mitglied in Gartenvereinen und haben einen eigenen Kleingarten? Was bedeutet dies für Sie?