Zimtanbau

Im Rahmen der Weihnachtsvorbereitung und dem Hang zum Gärtnern, habe ich – wie so oft – als ich in meiner Küche zu Gange war, an euch denken müssen. So viele Themen haben wir hier und im sozialen Netzwerk bereits in Schrift und Wort gefasst, wir tauschten Tipps und Tricks und nun ist der Winter da und im Garten kannst Du aktuell herzlich wenig machen. Doch da Küche und Garten ja nahe beieinander liegen, kam mir eines der ältesten Gewürze in den Sinn: Zimt!

Strenge Voraussetzungen

Zimt kommt von einem Baum. Um genau zu sein werden die Blüten des Baumes zum Würzen verwendet. Die Zimtstangen, also ein Röhrenstück was etwas zusammengerollt ist, wird in unseren Gefilden zermahlen und als braunes Würzpulver verwendet. Die Blätter wirken ähnlich wie die des Lorbeers. Zugegebenermaßen wird es schwierig, in unseren Graden ein Zimtbäumchen zu kultivieren, aber ausgeschlossen ist es nicht.

Zimt braucht ganz viel Luftfeuchtigkeit und mag es stets schön warm. Zwischen 25 und 30 Grad Celsius sollten durchgehend vorherrschen. In heimischen Gefilden genießt Zimt im Jahr etwa 2000 mm Niederschlag. Einen Zimtbaum im Freiland zu ziehen, wird hier also schon mal nichts. Also muss das drinnen passieren. Aber Achtung: Der Baum kann sehr groß werden.

80% Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, wird in den heimischen 4 Wänden ja nicht gehen, also kann der Versuch schon mal nur gestartet werden, wenn Du ein Warmhaus zur Verfügung hast.

Achtung – Verwechslungsgefahr

Die Zimtpflanze, die Dir im Baumarkt angeboten wird, muss nicht zwingend Zimt sein. Oftmals wird Kardamon mit Zimt verwechselt!

Die Ernte

Als Gewürz und Heilmittel angewandt, gibt es verschiedene Zimtsorten. Im Allgemeinen wachsen Zimtbäume in Sumatra, China und Vietnam und auf den Molukken. Normalerweise wird Zimt in Plantagen angebaut. Hier werden die Bäume sehr groß. Bis zu 20 Meter wachsen sie in die Höhe und bis zu 2 Jahrhunderte alt können sie werden. Ab dem dritten Jahr kann geerntet werden, daher wird der Baum oft beschnitten und nutzt selten sein Wachstumspotential voll aus. Bevor die aus dem Stock wachsenden Äste abgeschnitten werden, wird die Rinde abgezogen. Daher wird die Ernte in der Ferne stets zur Regenzeit angestrebt, wenn die Rinde feucht und weicher ist.

Der Anbau in Deutschland

Du wirst kaum auf einen Handel treffen, wo Du Samen kaufen kannst. Kleine Bäumchen dann schon eher. Und dann gilt, ganz kurz und prägnant: Kontinuierlich Wärme und Feuchtigkeit und Sonne braucht Zimt!

Da Du jedoch kaum etwas davon haben wirst (Ertrag), wird es eher ein Überlebenskampf werden für das Bäumchen. Wir leben eben leider nicht ausreichend nahe am Äquator. Es bleibt uns also nichts anderes, als den Zimt getrocknet importieren zu lassen.

Nichtsdestotrotz brauchen wir ihn nicht nur für den wohlig weihnachtlichen Duft oder für das Würzen unseres Gebäcks und für Tee, sondern sogar aus gesundheitlichen Aspekten ist Zimt ein phantastisches Mittel. Er wird eingesetzt gegen Husten und Magenschmerzen, er wirkt gegen Depressionen und bei zu starken Monatsblutungen, was zugegebenermaßen miteinander durchaus einhergehen kann. Zimt wirkt gegen Pilze und ist gut für Patienten mit schlappem Kreislauf. Auch Diabetiker schwören auf seine regulierenden Kräfte. Und als Zimtsohle soll er auch gegen Fußschweiß helfen.

Alles in allem ist Zimt also nicht nur dekorativ und wohlschmeckend bzw. –riechend, aber eben in unseren Gefilden nicht wirklich anbaubar. Damit werden wir uns abfinden müssen und weiterhin unseren Apfelstrudel mit gekauftem Zimt würzen – dafür kannst Du aber Deine eigenen Äpfel aus dem Garten verwenden.

1 Kommentar

  1. Ich hab mir vor 2 jahren im baumarkt ein zimttòpfchen gekauft setze es im sommer ins tomaten bzw.glashaus im november kommt es wieder in den topf und auf die sonnige fensterbank klappt super!!!!

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