Wie baue ich einen Sichtschutz?

Wer kennt das nicht: Da hat man den leckeren, ersten Erdbeerkuchen des Jahres fertig, der Kaffeeduft verbreitet sich auf der Terrasse, die Sonne scheint, es duftet nach frisch gemähtem Rasen. Die Kinder trudeln ein, der Tisch ist bereits gedeckt, ein Insektenschutz hält die Wespen vom Kuchen ab. Alle nehmen Platz, die ersten Teelöffel klimpern in den Tässchen. Totale Idylle. Bis der nun mehr offenbar 99. Nachbar am Garten vorbei kommt, nett grüßt, es ganz sicher nicht böse meint, aber eben der 99. Blick auf Deinen Teller fällt und zum gefühlten 99. Mal das Gespräch mit dem Schwiegersohn am Kaffeetisch unterbrochen wird. Nun sollte dann wohl doch eine Lösung her, denn jeder mag doch gerne seine Privatsphäre, ohne jedoch die Nachbarschaft gänzlich abzuschrecken, denn unhöflich will man ja auch nicht sein.

Erste Variante: Gabionen

Mit Gabionen hatte ich mich bereits einmal im Zusammenhang mit einer Kräuterschnecke befasst und darüber ein bisschen berichtet. Und als Sichtschutz ist diese umweltfreundliche Variante allemal passend. Wieso sie umweltfreundlich sein soll? Nun, die Steine, die sich in ihrem Raum aus Metallgestellen heimisch fühlen, bieten Schatten und viele kleine geschützte Zwischenräume, die gerade Insekten sehr gern als Wohnraum nutzen.

Kalkstein wäre hier der passende Stein. Je nach Geschmack kannst Du Dich einfach mal im Baumarkt in dem Outdoor-Bereich mit den verschiedenen Formen, Farben und Größen auseinander setzen. In jedem Fall würde ich von ganz reinen, weißen Steinen abraten, denn mit der Zeit werden sie grün.

Der hübsche, formgebende Drahtkorb, der mit Steinen befüllt wird, wirkt in jedem Falle modern und macht recht wenig Pflegearbeit, im Gegensatz – beispielsweise – zum traditionellen Holzzaun.

Extravagante Holzzäune

Die einfachen Flechtzaun-Elemente, die man im Baumarkt und Garten-Center bekommt, finde ich persönlich nicht sonderlich ansehnlich. Doch einige wirklich hübsche Palisaden aus Holz bekommt man im Handel auch.

Holz selbst ist als Werkstoff spielend zu bearbeiten, allerdings auch pflegeintensiv. Holt verwittert auf Dauer nun mal und gehört daher in aller Regelmäßigkeit abgeschliffen und mindestens lasiert. Hier ist es mit einem einzigen Anstrich meist nicht getan.

Die meisten Kleingärten haben einen Maschendraht- oder Lattenzaun, mit jeweils passendem Tor als Eingang. Maschendraht jedoch eignet sich weniger gut, gerade wenn man ein paar dekorative Rankpflanzen einbringen möchte. Darüber hinaus ist Maschendrahtzaun an sich einfach kein Sichtschutz.

Holzzäune insgesamt, ganz gleich ob als Lattenzaun oder als stilvoller Blickfang – manchmal sogar in der selbstgefertigten Variante – der Zaun soll eine gewisse Grenze beschreiben, aber einen echten Sichtschutz stellt der Zaun immer noch nicht dar.

Allerdings gibt es ein paar kleine Tricks, wie man so eine hölzerne Grenze durchaus ansehnlich gestalten kann: Eine Methode wäre das schlicht Dekorieren. Ich habe am Gartenzaun beispielsweise lauter kunterbunte Pflanztöpfe aus Metall mit Haken angebracht (diese halten prima, wenn man Kabelbinder verwendet zum Stabilisieren).

Außerdem können hier auch kleine Ampeln angebracht werden – die Erbeerzeit naht.

Oder aber, wenn Du handwerklich etwas begabt bist, bastel doch aus dem oberen Teil der Latten ein paar lustige Gesichter. Mit einer filigranen Feile und etwas Lack wirkt sowas ganz sicher lustig. Darüber hinaus kann ein stabiler Zaun durchaus auch berankt werden lassen.

Die ganz natürliche Möglichkeit

Dafür eignet sich zum Beispiel Clematis hervorragend, die zudem auch noch Unterschlupf für Insekten ist und eine echte Augenweide, gerade während der Blütezeit.

Auch denkbar wäre das Bewachsen mit Wein oder wildem Wein, wobei hier der Schnitt rechtzeitig gemacht werden muss, da unter dem sehr schnell wachsenden Wein der Zaun unter der Last auch kaputt gehen könnte.

Sehr harmonisch wirkt ein Rosenbogen im Garteneingangsbereich, also über das Tor hinweg, der nicht zwingend nur mit Rosen berankt werden muss. Auch Kapuzinerkresse eignet sich dafür hervorragend.

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