Hortensien im Garten – Vom Pflanzen bis zum Schnitt

Hortensien im Garten

Die Hortensie (Hydrangea) kommt ursprünglich aus Ostasien, Nordamerika oder Chile. Dort gibt es die begehrte Pflanze in über 80 Sorten. Sie gehört zu den Blütengehölzen und zeichnet sich durch kräftig grüne Blätter und markante Blütenköpfe aus. In unseren heimischen Gärten ist die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata), die Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris) und die Bauern-Hortensie (Hydrangea serrata) häufig anzutreffen.

Dank zahlreicher Züchtungen finden sich im Handel verschiedenfarbige Blütenköpfe an, die vom königlichen Blau bis hin zum intensiven Lila reichen. Da die Hortensie robust und pflegeleicht ist, gibt es indes nicht nur große Gehölze für den Garten zu erwerben, sondern auch kleinwachsende Versionen für den Innenbereich.

Die Hortensie – die Königin der Gärten

Die Hortensie fällt in jedem Garten direkt auf, besitzt zahlreiche Blätter, die ein dichtes Kleid um die Äste bilden, und zeichnet sich vor allem durch die runden Blütenköpfe aus. Dabei entwickeln sich die Triebe der Pflanze im Laufe des Jahres zusehends. Sie sind im Frühjahr zunächst hellgrün und gestalten sich später braun. Hier finden sich ebenso die zahlreichen, elliptischen Blätter an, die bis in den Herbst in einem satten Grün erstrahlen.

violette Hortensie

Die Hortensie wird in der Regel bis zu zwei Meter hoch und erfreut sich an einem halbschattigen Platz, der auch ausreichend Sonne zu bieten hat. Einzige Ausnahme bildet hingegen die Kletterhortensie, die den Halbschatten vorzieht und dort dank ihrer haftenden Wurzeln Fassaden über mehrere Meter einnehmen kann. Doch es sind die Blüten, die bei einer Hortensie direkt auffallen. In weiß, rosa, blau und lila gehalten, ziehen sie viele Insekten an. Die Blüte beginnt meist im Juli und endet im September. Dann beginnen die Blütenköpfe zu verblühen und hernach einzutrocknen. Die Blätter bleiben hingegen noch lange grün, ehe sie sich allmählich verfärben.

Welcher Standort ist am besten geeignet?

Die meisten Hortensien bevorzugen den Halbschatten, andere lieben hingegen die pralle Sonne und fühlen sich neben anderen Gewächsen und Bäumen überaus wohl. Ist der Platz richtig, sorgt die Hortensie mit einem üppigen Blattwuchs und schönen Blütenköpfen für Freude. Damit dies der Fall ist, sollte die Hortensie reichlich gegossen und mit einem lockeren Boden versorgt werden, der genau den richtigen pH-Wert aufweist. Dieser unterscheidet sich je nach Blütenfarbe. Der pH-Wert kann somit zwischen 4 bis 7 liegen, blaue Hortensien (violette oder blaue) benötigen einen saureren Boden um die 4 und rötliche (Pink nach Rot) Hortensien eher einen neutralen bis alkalischen Boden um die 7.

Hortensien im Garten

Dass der pH-Wert nicht stimmt, zeigt sich oft an der Farbveränderung der Blütenköpfe. Weiße Hortensien verändern sich zumeist nicht, allerdings neigen rosa und blaue Hortensien zu Farbverläufen, die jedoch auch interessante Kreationen hervorrufen können.

Richtige Pflanzung für einen guten Anwuchs

Die neu gekaufte Hortensie ist am besten direkt dem Topf zu entnehmen und in ein ausreichend großes Loch im Garten einzupflanzen. Da die Pflanze zu den Flachwurzlern gehört, muss das Bodenloch nicht besonders tief sein. Maßgeblich ist jedoch, ausreichend Abstand zu anderen Flachwurzlern einzuhalten. Die Erde sollte zudem gut aufgelockert sein. So können sich die Wurzeln entfalten und ein guter Anwuchs gewährleistet werden. Im Anschluss und in den Folgentagen ist die Hortensie ausreichend zu gießen.

Tipp: Die beste Zeit zum Pflanzen ist der Spätsommer. Die Hortensie hat nun noch reichlich Zeit, um Wurzeln zu bilden und gut anzuwachsen. Zum Gießen ist Regenwasser oder enthärtetes Trinkwasser am besten geeignet.

So blüht die Hortensie in voller Pracht

Die Hortensie benötigt reichlich Wasser. Daher ist es wichtig, die Erde immer feucht zu halten. Das gilt nicht nur für die Pflanze im Garten, sondern auch für die Balkon- oder Zimmervariante. Allerdings sollte Staunässe möglichst vermieden werden. Bei intensiver Hitze im Sommer ist die Hortensie am besten am Morgen und am Abend zu gießen. Bekommt die Pflanze zu wenig Wasser, zeigt sie dies mit welken Blättern an. Kommt nun jedoch ein großer Schwung Wasser zum Einsatz, erholt sich die Hortensie in der Regel sehr schnell wieder.

Hortensie im Garten blüht

Doch nicht nur die Bewässerung spielt eine wichtige Rolle, damit die Hortensie schön und prachtvoll blühen kann. Ein kalkarmer Boden, der reich an Humus ist, sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Wichtig ist, dass der Boden leicht sauer ist. Ideal ist ein pH-Wert von 5 bis 6.

Interessant: Hortensien gehören zu den Giftpflanzen, auch wenn sie nur schwach giftig sind. Daher sollten die Pflanzen nicht für Tiere und kleine Kinder zugänglich sein.

Hortensien schneiden – Wie und wann?

Wie und wann eine Hortensie zu schneiden ist, hängt immer von der Hortensienart ab. Die Rispenhortensie und die Schneeballhortensie bilden die neuen Knospen zum Beispiel erst in dem Jahr aus, in dem sie auch blühen. Die Rispenhortensie darf gern stärker zurückgeschnitten werden. Sie treibt im Sommer wieder aus und offeriert dann auch viele Blütenköpfe. Innerhalb der Saison können verblühte Köpfe direkt unter der Blüte abgeschnitten werden. So verbleibt die Kraft für die noch strahlenden Blütenköpfe. Diese Arten könnten somit auch im Herbst geschnitten werden, da neue Sprosse erst im Frühjahr ausgebildet werden.

Hortensienblüte ausgeblüht

Eine Regel besagt, dass ein geringer Schnitt oft ausreicht. Wird zu viel Astwerk entfernt, blüht die Hortensie zumeist nur schwach nach. Lediglich sehr alte Gewächse vertragen einen radikalen Rückschnitt und wachsen im selben Jahr wie gewohnt.

Die Kletter-Hortensie, Tellerhortensie oder auch die Bauernhortensie bilden die Knospen bereits im Vorjahr, sprich nach und während der Blütezeit. Dabei sind vor allem nur die abgestorbenen Pflanzenteile zu bedenken. Achten Sie beim Schneiden darauf, dass Sie die neuen Knospen nicht mit abschneiden. Entfernen Sie zu viele neue Sprosse, wird Ihre Hortensie nur mäßig aufblühen können.

Hortensien schneiden

Hinweis: Die alten Blütenköpfe wirken für die neuen Knospen wie eine Art Schutz und sollten im Frühjahr, wenn der gröbste Frost durch ist, abgeschnitten werden.

Was ist im Winter zu beachten?

Die Hortensie ist winterhart und kommt mit den kalten und teils frostigen Temperaturen sehr gut aus. Wer mag, kann die Hortensie mit einem Jutesack vor kalter Witterung schützen. Im kommenden Frühling werden lediglich die abgestorbenen Pflanzenteile entfernt. Dies dankt die Pflanze im Frühjahr und Sommer mit einem buschigen Wuchs und einer üppigen Blütenpracht.

Sollten Hortensie gedüngt werden?

Tatsächlich verlangt die Hortensie gelegentlich etwas Dünger, da sie stets ausreichend Nährstoffe benötigt. Es empfiehlt sich einen speziellen Hortensiendünger zu verwenden, der ab dem Frühjahr regelmäßig zum Gießwasser hinzugefügt wird. Gegen Ende des Sommers ist der Dünger allmählich zu reduzieren. Ab dem Herbst ist das Düngen nicht mehr nötig, damit sich die Pflanze auf die anstehende Winterzeit einstellen kann.

Tipp für schöne, blaue Hortensien

Die Natur hat keine blauen Hortensien vorgesehen. Doch mit dem richtigen Dünger und einer optimalen Bodenzusammensetzung lassen sich einige rosafarbene Bauern- und Tellerhortensien blau einfärben. Die Blütenfarbe der blauen Hortensie kann dabei durchaus variieren. Um eine blaue Färbung der Blütenköpfe zu erzielen, ist drei Gramm Aluminium-Sulfat in drei Liter Wasser aufzulösen. Im Gartenmarkt und Fachhandel sind spezielle Präparate erhältlich, die für eine kräftige Blaufärbung der Blütenköpfe sorgen.

Hortensien machen sich auch gut als Schnittblume. Wer seinen Gartentisch für einen Sommerbesuch dekorieren möchte, kann sich ein paar Blüten abschneiden und in eine Vase mit Wasser stellen. Achtet man darauf, dass die Stiele immer im Wasser stehen, halten die Blüten auch abgeschnitten noch einige Tage.

Fazit zur Hortensie

Die Hortensie ist im Grunde sehr pflegeleicht, mit nur einem Schnitt und zwischenzeitlicher Pflege macht die Hortensie verhältnismäßig wenig Aufwand. Mit einer Rosenschere lassen sich die abgestorbenen Blütenteile entfernen. Da die Pflanze durchaus mit saurem als auch mit alkalischem Boden zurecht kommt, verzeiht sie es, wenn man etwas weniger Zeit in den Boden investiert und wächst auch in der Nähe von Eichen. Einzig Wasser benötigt die farbenprächtige Pflanze regelmäßig.

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