Welche Pflanzen vertragen Schatten?

Nun hast Du schon so viele Beschreibungen von Pflanzen, Obstgehölzen und Gemüsesorten, Stauden und Kräutern oder Zierpflanzen hier im Gartenmagazin gelesen und beinahe immer war eines ähnlich: Der bevorzugte Standort. Meist sonnig oder maximal halbschattig. Aber so ein Garten hat ja nun mal nicht nur sonnige oder maximal halbschattige Plätze. Allein schon deswegen nicht, weil die bereits vorhandenen Bäume, die ja auch wachsen, Schatten spenden. Und die Hobbygärtner unter uns, die aktuell gar keinen Garten zur Verfügung haben und sich daher auf Terrasse und Balkon begnügen müssen, müssen ebenfalls ein Arrangement finden. Daher befasse ich mich im folgenden Artikel mit den Pflanzen, die explizit Schatten gut vertragen.

Warum brauchen die meisten Pflanzen denn Sonne?

Pflanzen leben bekanntlich basierend auf dem Konzept der Photosynthese. Das bedeutet: Sie ziehen ihre Energie, die sie für das Wachstum und auch die Fruchtbildung und zuvor für die Blütenbildung benötigen, aus dem Licht, das die Sonne ihnen spendet.

Es gibt Pflanzen, die mehr Sonne benötigen und welche, die brauchen davon etwas weniger. Auch mal ein Tag mit weniger Sonne vertragen die meisten Pflanzen, viel wichtiger ist die Wasserzufuhr.

Orchideen beispielsweise sind Vielzehrer, was das Licht anbetrifft, brauchen aber verhältnismäßig Wasser. In der Natur ranken sie sich daher auch nach oben in Baumkronen, weswegen wir sie hier bei uns meist nur in Fensterbrettern sehen. Eben da. Wo es viel Licht gibt. Gewässert hingegen werden sie im Allgemeinen nur einmal in der Woche für vielleicht eine Viertelstunde. Staunässe vertragen sie gar nicht.

Welche Pflanzen konkret kommen denn nun mit Schatten gut zurecht?

Fingerhut und Alpenveilchen kommen auch im Schatten sehr gut klar und bringen sozusagen Farbe ins Dunkel.

Auch Akelei und die Waldrebe müssen nicht in die Sonne, wobei es bei der Waldrebe ganz auf die genaue Sorte ankommt. Tatsächlich habe ich zwei, eine in der Ganztagssonne und eine hat einen halben Tag lang Schatten und einen halben Tag lang Sonne, beide gedeihen hervorragend.

Auch Maiglöckchen und Rhododendron brauchen keinen Sonnenplatz, wobei ich allerdings Rhododendron wenigstens einen halbschattigen Platz zuweisen würde. Hortensien können da ebenso hin.

Und wenn Du einen Garten hast, der etwas ungünstig gelegen ist, sodass die Beete im Schatten liegen solltest Du bitte unbedingt gerade dann daran denken, sie ausreichend zu wässern.

Nachtschattengewächse

Es gibt auch Nutzpflanzen, die auf Licht nicht sonderlich angewiesen sind. Nachtschattengewächse an sich sind meist krautig und können einjährig bis ausdauernd wachsen.

Und jetzt kommt´s: Sie sind NICHT die Pflanzen, die kein Licht benötigen!
Dieser Begriff ist einfach irreführend. Nachtschattengewächse sind meist mehr oder weniger giftig, daher der Name. Lichthungrig sind sie dennoch.

Beispielsweise Kartoffeln und Tomaten sind dieser Gruppe zugehörig.

Fazit: Pflanzen brauchen Sonne und Wasser, um Kohlendioxid in Traubenzucker und Sauerstoff umwandeln zu können. Bekommen sie zu wenig Licht, werden sie vergeilen und uns alsbald keinen Sauerstoff und keine Früchte liefern können.

Einen echten Schattenliebling an sich gibt es folglich schlichtweg nicht.

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