Vermeintliche Schädlinge im Garten

Manchmal ist es gar nicht so leicht, Schädlinge von Nützlingen zu unterscheiden. Immerhin sind wir eben nur Menschen und die bekommen bekanntlich Angst vor massenhaft auftretenden Tieren. Sicherlich sind Nager in großen Massen tatsächlich eine Plage, aber Ameisen beispielsweise ja nun wahrlich nicht, sondern nachweislich Nützlinge. Wo die Schädlinge, die Du im Garten befürchten musst, leben und wann Du sie antriffst, um etwas gegen sie zu unternehmen und Deine Ernte zu retten, haben ich Dir im Folgenden zusammengetragen. Von diffusen, semi-fragwürdigen Kommentaren zu Abwehrchemikalien bitte ich sogleich zu Anfang abzusehen. Auch auf grausame Methoden zur Massentötung gehe ich nicht ein.

Nager

Wühlmäuse sind ein ärgerlichen Mitbewohner im Garten. Ratten sogar ein echtes Grauen, ganz gleich wo. In der Regel hat man ja aber keine Ratten im Garten es sei denn, man gehört zu denen, die ungern ihren Hausmüll entsorgen. Mit den Mäusen ist das was Anderes. 40 Arten sind bei uns heimisch und die Maus ist nachtaktiv, sodass wir sie tagsüber zumeist gar nicht großartig bemerken. Die Nager können schwimmen, sodass auch starker Regen in ihrem Erdbau ihnen nichts antut. Das Anstrengende an den Mäusen ist, dass sie sich vorwiegend pflanzlich ernähren und sich dadurch ausgesprochen gern an den Wurzeln unserer Ernte zu schaffen machen. Aber auch Blätter und Samen sind nicht sicher, denn die Maus kann ganz gut klettern. Das natürlichste Gegenmittel gegen Mäuse sind Katzen, auch Fallen können helfen. Bitte verzichte auf Giftköder. Ein kleiner Geheimtipp noch: Mäuse mögen Hunde nicht. Es soll sehr gut helfen, in die Mauselöcher im Boden einfach Hundehaare zu stecken. Dieser Geruch soll sie abweisen.

Ameisen

Ameisen sind fleißige, kleine Gartenhelfer. Leider treten sie in großen Scharen auf und kennen keine Einbahnstraße, sodass sie sich auch schon mal ins Wohnhaus verirren. Das ist ärgerlich. Generell jedoch, im Garten selbst, lockern sie Dir den Boden auf und verteilen Samen. Doch wer einmal so eine echte Plage miterlebt hat der weiß, wie anstrengend so eine Wohngemeinschaft mit einer Ameisenplage ist. Nicht nur ihre bloße Anwesenheit ist knifflig, sondern auch dass sie sich Läuse halten, die sie melken und somit einen weiteren Nervtöter anschleppen. Sicherlich gibt es auch hier eine prophylaktische Lösung, wie Beton statt Sand unter den Terrassenfließen zu haben – aber ganz ehrlich: Prophylaxe wäre, dann einfach gar keinen Garten anzulegen. Auch Giftköder gibt es im Handel, deren Verwendung ich so keinesfalls empfehlen würde. Darüber hinaus gibt es aber auch eine natürliche Lösung. Das Verjagen der Ameisen mit Pflanzenjauche. Zwei Wochen lang Brennnesseln in Wasser vor sich hin gären lassen und diese übelriechende Jauch auf – zum Beispiel – dem Rasen verteilen, sollte Abhilfe schaffen. Ich würde es allerdings zunächst mit Kalk versuchen, da die Ameise kein alkalisches Milieu mag.

Sommerliche Plage: Wespen

Gerade im Sommer, wenn Du Dir Deine wohlverdiente Pause gönnst und aus den frisch geernteten Erdbeeren ein Stück Kuchen einverleiben möchtest, geht es los. Nicht mal den Kaffee dazu kannst Du mehr trinken, selbst am Becherrand sitzen die anstrengenden Insekten. Dummerweise stören die Tiere nicht nur, sondern übertragen im Zweifel sogar Krankheiten auf unser Essen. Vorrangig im Spätsommer gehen die Krabbler auf Nahrungssuche, denn zu dieser Zeit lösen sie ihren Staat auf. Auch gegen Wespen gibt es ein Gift und Fallen, sowie Sprays. Das Einzige, was Dir also einen ruhigen Nachmittag verschafft ist, die Tiere anderweitig abzulenken. Stell doch 10 Meter entfernt ein Schüsselchen mit Trauben zur Verfügung, bevor Du Kaffee und Kuchen auspackst. Es tut aber auch Zuckerwasser mit Essig, das lenkt die Insekten schnell ab.

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