Urban Gardening

Über Container Gardening hatte ich bereits einmal berichtet und auch da haben einige Leser verdutzt dreingeschaut und ich selbst musste mich auch erst einmal ordentlich belesen. So ging es mir auch beim heutigen Thema wieder: Urban Gardening. Was ist das? Da mir die Grundidee so gut gefällt und ich ja immer dafür bin, flexibel zu bleiben und auch mal etwas Neues zu testen, berichte ich darüber nun sehr gern. Im Folgenden geht es also darum, mal etwas frischen Wind in die Stadt zu bringen. Ich persönlich darf mich glücklich schätzen, im sehr ländlichen Bereich zu leben und zu gärtnern, aber manchmal geht es eben nicht anders. Ich bin sicher, wir haben den einen oder anderen Hobbygärtner unter uns, der in der City lebt und sich über diesen Artikel freuen wird.

Was ist Urban Gardening?

Urbaner Gartenbau heißt der Spaß übersetzt. Es geht, kurzgefasst, darum, auf kleiner Fläche möglichst effizient städtische Flächen gärtnerisch zu nutzen.

Ursprünglich hatte das urbane Gärtnern keinen hobbymäßigen Ursprung: Es galt, innerhalb der Städte, in die geflüchtet worden war aufgrund von Kriegen, dennoch Lebensmittel herstellen zu können mit möglichst wenig Mitteln, vor allem finanzieller Natur. Die Transportwege waren zudem dann kurz von der Ernte bis auf den Tisch. Schließ war damals das Lagern ein Problem aufgrund von Platzmangel und lange Transportwege kaum zu schaffen aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen.

Ist die Ernte dann nicht verschmutzt vom Großstadtsmog?

Man bewirtschaftet genauso Boden, also Erde (wahlweise auch in Töpfen und Kübeln) und es regnet genauso Wasser in der Stadt wie auf dem Land.

Doch beispielsweise die Feinstaubbelastung ist inzwischen deutlich höher in den Städten. Daher empfiehlt es sich, das Gemüse und Obst zunächst zu waschen, bevor Du es verzehrst. Das sollte jedoch selbstverständlich sein, denn nicht nur Verschmutzungen sollten nicht mit aufgenommen werden, sondern auf dem Land gibt es ebenso Parasiten beispielsweise, die Du abwaschen solltest. Dazu gehört zum Beispiel der Fuchsbandwurm.

Dass mehr Kohlendioxid durch die Pflanzen aufgenommen wird, ist nicht zu ändern. Den Stoffwechselkreislauf an sich kann man nur verbessern, in dem man selbst auch bewusster mit seiner Umwelt umgeht. Heißt im Klartext: Bei kurzen Wegen auf die Nutzung des Autos beispielsweise verzichten.

Außerdem kann auch hier gedüngt werden – und zwar natürlich: Kompostieren ist sinnvoll, auch und vor allem in der Stadt. Somit bekommt dann Dein Boden das wieder zurück, was er gegeben hat. Besseren Dünger als Kompost wirst Du nirgends finden.

Einfache Ideen auf wenig verfügbarem Platz

Die Gärten ziehen nun also auch wieder in die Städte ein. Und das ist doch durchaus zu begrüßen, denn inzwischen sollte jeder Grundschüler bereits wissen, wie Sauerstoff entsteht und dass wir diesen brauchen.

Auf wenig Platz soll nun also möglichst viel Ernte erzeugt werden. Dazu darf gern sogar das Dach, die Terrasse, der Balkon oder jede andere erdenkliche Ecke genutzt werden, die sich zum Gärtnern eignet.

Für besonders gut befunden wurden selbstgebaute Hochbeete, zum Beispiel aus Holzpaletten. Doch auch Hängeampeln beheimaten gern Erdbeeren, Tomaten (bestimmte Sorten) oder sogar Gurkenranken. Hier darf jeder Eimer als Topf dienen und jede Wand (Achtung, Fassade!) mit Regalhalterungen verziert werden und behangen mit Keimen und Sprösslingen. Jeder erdenkliche Ort sollte hierfür ein kleines Gewächshaus beherbergen.
Auf die Töpfe, fertig, los!

Foto © Albachiaraa – Fotolia.com