Topinambur anbauen – So wächst die Knolle im Garten

Topinambur sagt man – nicht zu Unrecht – eine gesundheitsfördernde, wie gewichtsreduzierende Wirkung nach. Geschmacklich bewegt sich die tolle Knolle zwischen Kartoffel und Kohlrabi. Benannt wurde sie lange Zeit als Knollensonnenblume, denn rein botanisch betrachtet, ist die Wunderknolle ein naher Verwandter der gelben Riesenblüte. Prinzipiell handelt es sich in der Tat um eine Wurzel. Topinambur war bereits mal „in“ und wird, sozusagen, aktuell wiederentdeckt. Ähnlich wie bei der gemeinen Kartoffel bildet auch Topinambur bis zu 30 Knollen je Pflanze.

Der ideale Standort

Tobinambur mag keine Staunässe oder lehmigen Boden. Sandiger Untergrund wäre fabelhaft. Am beliebtesten ist, statistisch betrachtet, die Sorte „Gute Gelbe“, deren Fruchtfleisch zartgelb ist und geschmacklich an die Artischocke erinnert. Gegart schmeckt sie beinahe etwas nussig anmutend.

Um der früheren „Kartüffel“ (Sie kommt tatsächlich ursprünglich aus Frankreich) gerecht zu werden, solltest Du in Deinem Garten einen sonnigen bis maximal halbschattigen Platz dafür einplanen.

Zunächst solltest Du auch auf das regelmäßige Entfernen von Unkraut achten, aber später, nach dem etwa 3. Jahr in dem Deine Sprosse erneut wachsen, werden Sie unerwünschtes Unkraut nahezu selbstständig verdrängen und es bedarf keiner großen Pflege Deinerseits mehr.

Die Saat

Zwischen März und Anfang Mai kannst Du mit der Saat loslegen und durchaus auch September und Oktober noch mal nutzen, denn gerade in dieser Saison scheint sich der Winter ja wahrlich Zeit zu lassen. Hier gehst Du nun vor, wie bei der trivialen Kartoffel: Der Reihenabstand sollte etwa zwischen 25 bis 40 Zentimetern liegen und Du solltest etwa 8 bis 15 Zentimeter tief pflanzen. Wenn Du allerdings eine Ausbreitung vermeiden willst, solltest Du eine Wurzelsperre eingraben. Düngen brauchst Du im Grunde nicht, denn die Indianerkartoffel ist eher anspruchslos. Dennoch kannst Du vor dem Pflanzen etwas Mist eingraben und auch Dein alter Kompost schadet hier nicht. Wenn in den ersten Frostnächten die überirdischen Trieb absterben, brauchst Du sie nur vor dem nächsten Mai etwa 10 Zentimeter über dem Boden abschneiden, denn die Erdbirne wird immer wieder erneut treiben.

Die Ernte

Solltest Du Dich für Topinambur in Deinem Garten entscheiden, ist dies eine langfristige Entscheidung. Ernten kannst Du je nach Bedarf, indem Du Dir eben – wie bei anderen Kartoffeln auch – einige Knollen ausgräbst. Der Rest bleibt einfach im Boden und überwintert dort auch viele Minusgrade.

Die Lagerung

Du kannst die Indianerkartoffel bis zu einem Vierteljahr im Keller in einer Sandkiste aufbewahren. Dunkel und kühl sollte der Aufbewahrungsort sein. Zudem kannst Du mit Topinambur erstmal auch alles machen, was Du mit üblichen Erdäpfeln so anstellst: Pürieren, gratinieren, frittieren, als Suppe verwenden oder Chips daraus machen. Auch einfrieren kannst Du die Erdbirne, dazu solltest Du sie allerdings zuvor blanchieren.

Schädlinge

Topinambur ist regelrecht anspruchslos und auch nahezu unbeliebt bei Schädlingen. Nur Wühlmäuse und ab und zu ein Maulwurf vergehen sich gern mal an der Wurzelknolle, da sie auch für die Nager ausgesprochen schmackhaft ist.

Warum ist Topinambur vermeintlich derart gesund?

Topinambur wird oft als Diabetikerkartoffel bezeichnet, da sie nachweislich Insulin enthält. Das ist nicht nur für Diabetiker wichtig, die hierbei folglich keine Broteinheiten zählen müssen, sondern genießen können. Auch Nichtdiabetiker können von der süßlichen „Kartüffel“ nur profitieren: Die Erdbirne baut die Darmflora auf und stärkt somit enorm die Abwehrkräfte. Zudem macht sie satt, was gerade zu Diätzeiten sinnvoll ist, zumal sich kaum Fett und Kalorien in der Schlankmacherknolle befinden. Eiweiß enthält sich dafür reichlich, was zum Muskelaufbau beiträgt.

Ich hoffe schwer, dass ich Dir Appetit auf die gesunde Süßkartoffel machen konnte und Du sie auch im heimischen Garten einziehen lässt :)

Foto © ExQuisine – Fotolia.com