Quitten, die vergessenen Früchte

Am Wochenende war bei uns die Quittenernte. Der Duft des Kernobstes ist etwas sehr besonderes, die Ernte gelingt recht mühelos, da die Früchte größer sind, als gedacht. Sehr birnenartig mutet die Quitte an, die ich bisher nur als Gelee kannte und zu Marmelade verarbeiten werde. Warum? Weil sie zum Rohverzehr leider nicht geeignet ist. Die Frucht ist hart und durch Gerbstoffe bitter und somit ungenießbar.


Wann ist Erntezeit?

Die Frucht darfst Du ernten, wenn die Färbung von grün auf gelb wechselt.

Die Quitte ist ummantelt mit einem weißlichen Flaum, den ich zunächst unter uns gesagt beinahe mit Schimmel verwechselt hätte. Der Flaum ist allerdings normal und unbedenklich und abwaschbar.

Wenn Du die Frucht aufschneidest, erschrick nicht – man erwartet im Allgemeinen schönes, helles Fruchtfleisch, ähnlich wie bei der Birne. Allerdings ist das Kerngehäuse ein wenig größer und die Mitte der Frucht kann dunkler bis braun wirken. Daran ist nichts schlimm, du kannst die Frucht wie üblich einkochen.

19-11-2013 09-32-23

Für die Herstellung von Likör allerdings würde ich von den dunklen Früchten abraten, da hier die Frucht ja nicht erhitzt wird.

Geerntet wird übrigens nur bei trockener Witterung und die Früchte solltest Du nach dem Pflücken bitte nochmals 2 Wochen nachreifen lassen.

Aufzucht im heimischen Garten

Generell kannst Du die Quitte aus dem Kern nachziehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das klappt, ist leider sehr gering. Die Bäume, die hier in unserer Region wachsen, wurden im Grund alle veredelt, um Früchte zu tragen.

Übrigens unterscheidet man hier zwischen den Apfelquitten und den Birnenquitten, was an der Form der Frucht festgemacht wird.

Die Apfelquitten sind trockener und fester als die Birnenquitten und somit schwerer zu verarbeiten.

Woher kommt dieser komische Flaum um die Fruchthülle?

Der Flaum schützt die Frucht in der warmen Jahreszeit vor der Sonne. Wenn dieser Flaum beinahe gänzlich weg ist, ist die Frucht erntereif.

Diese Schicht ist optisch leicht zu verwechseln mit Schimmelpilz, lass Dich davon nicht täuschen.

Der ideale Standort

Dein Quittenbaum mag es sonnig und der Boden sollte humos sein. Bitte verzichte auf das Auflockern und Hacken der Erde um Deinen Quittenbaum, mulche ihn lieber, das mag der Baum gerne.

Bedenke bei dem Anlegen des Baumes die mögliche Endgröße von etwa 5 bis 8 Metern.

Die nach innen wachsenden Triebe solltest Du entfernen, sodass eine kompakte Krone entsteht.

Nach frühestens 4 bis 8 Jahren trägt ein Baum Früchte, etwas Geduld ist also definitiv gefragt. Dafür allerdings bringt Dein Baum dann auch sehr viele Kilogramm an Ernte ein, wenn ab Ende Oktober die Ernte beginnt. Eine Frucht ist recht schwer und groß.

Nun habe ich totalen Ernteüberschuss, was mache ich mir den Früchten?

Ewig einlagern wirst Du sie nicht können.

An die Nachbarschaft wirst Du vermutlich bereits auch schon reichlich verschenkt haben.

Wenn Du Dir das Entsaften sparen möchtest, schäle und entkerne die Früchte, geliere sie ein und koche sie zu Marmelade ein. Das Fruchtfleisch, das Du im Grunde für die Marmelade nicht zwingend benötigst, kannst Du verwenden um daraus Quittenbrot herzustellen.

Auch als Kompott kannst Du das Kernobst einkochen, so ist es ausgesprochen lange haltbar.

Auch Likör von Quitten ist köstlich, allerdings bedarf es hierfür Geduld, da der Alkohol der Frucht erst ihren Geschmack aussaugen muss über mindestens 6 Wochen hinweg, aber je länger, desto besser.