Pastinake pflanzen im eigenen Garten

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Möhre, einer Karotte und einer Pastinake? Das war die Frage die in mir aufkeimte, als vor beinahe einem Jahrzehnt meine Tochter im Breichen-Alter war und ich ihr – wie jede Mama das eben so macht – nur das Beste gönnen wollte. Dieses Gemüse geriet bereits beinahe in Vergessenheit und gehört somit ausdrücklich in die gedankliche Kategorie der Retro-Gemüse. Wiederentdeckt und dennoch gleich wie damals – crémeweiß, optisch sonst wie eine Möhre und offenbar gesund.

Der ideale Standort

Die Germanenwurzel war verbreitet auf Wiesen, gern in Wegnähe und an Böschungen. Aus dem römischen Reich kam das Wurzelgemüse zu uns und galt als Grundnahrungsmittel, wie Kartoffeln und Karotten. Bei uns in Deutschland und in Österreich ist die Pastinake wieder in. Daher solltest Du ihr schweren Boden als Heimat schenken. Staunässe solltest Du zwar vermeiden, aber feucht muss der Boden dauerhaft sein. Es wäre ideal, wenn Du zuvor auf dem Beet der Pastinake Zwiebel und Knoblauch stehen hattest, somit brauchst Du im Grunde nicht düngen.

Die Saat

Im März geht es mit der Saat los. Du solltest immer doppelte Reihen säen und einen Reihenabstand von etwa 35 Zentimeter als Minimum unbedingt einhalten. Tiefer als 2 Zentimeter brauchst Du, wie bei Karotten auch, nicht säen. Mindestens 14 Tage bedarf es bis zur Keimung. 160 bis 210 Tage braucht die Pastinake, bis sie erntereif ist.

Die Ernte

Erst im Oktober, wenn der erste Frost naht, wird geerntet.

Schädlinge

Wie sollte es auch anders sein – Mehltau legt sich gern aus Pastinaken, die Möhrenfliege und Blattläuse laben sich daran. Auch an Möhrenschwärze kann die Pastinake leiden.

Verwertung und Aufbewahrung

Mit Pastinaken kannst Du umgehen, wie mit Möhren. Lagerst Du zu lange oder brätst die Pastinake zu scharf an, schmeckt sie bitter. Am besten wäre es, du parkst Sie im Keller mit in den Sand, wo sicher schon Topinambur und Co. warten. Hier ist es dunkel und fisch, ideal um die Germanenwurzel ein Weilchen halten zu können. Du kannst sogar Chips daraus machen, wie aus Kartoffeln. Einst wurde daraus auch Bier und Pastinakenwein hergestellt, weil die Wurzel einen derart hohen Stärkegehalt aufweist.

Was ist denn nun der Unterschied zwischen Pastinake, Möhre und Karotte?

Die Farbe zum Einen. Doch zunächst zum Unterschied zwischen Möhre und Karotte: Karotten kosten nicht nur das Doppelte der Möhre. Als Karotte bezeichnet man die abgestumpften, kürzeren und runden Möhren. Sie sind einfach feiner. Generell ist das jedoch die gleiche Pflanze!

Und wieso ist plötzlich Babybrei aus Pastinaken viel beliebter als der, aus Karotte?

Der Nitratgehalt von Pastinaken ist geringer, als im Karotten-Breichen. Daher wird er auch inzwischen öfter verkauft. Die Pastinake regt wohl nicht so sehr zu Allergien an, wie die verträgliche Pastinake. Zudem wirkt Pastinake nicht so stuhlfestigend, sondern eher stuhlregulierend. Ein deutlicher Vorteil ist jedoch: Man spart sich jede Menge Hausmittel gegen die anstrengenden Möhrchenflecken auf dem kleinen Strampler, wenn man Pastinakenbrei gibt.

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