Orchideen & deren Pflege

Eine wahre Augenweide sind sie, die Orchideen in deutschen Fensterbrettern. Dass sie aus der Natur entstammen, vermag man sich kaum vorzustellen, wo die Aufzucht und Pflege dieser hübschen Blüten doch so schwierig zu sein scheint. Hier kristallisiert sich schnell heraus, wer den grünen Daumen hat und wer eben nicht. Ich gebe es hier gern zu – Orchideen und ich, wir streiten uns stetig. Ich meine es stets zu gut mit ihnen und goss zu viel, wobei mir bewusst ist, dass ein wöchentliches Fußbad völlig ausreichend ist. Und genau da liegt auch der Hase im Pfeffer: Meist werden Orchideen ertränkt, als dass sie vernachlässigt werden. Und da ich feststellte, dass viele Leser unseres Magazins Orchideen lieben, habe ich mich darüber mal genauer informiert.

Gekauft sehen Orchideen klasse aus.

Und dann? Stellst Du sie in Dein Fensterbrett. Wieso eigentlich gerade dorthin? Das ist begründet im Ursprung der Pflanze, denn sie wuchs einst auf Bäumen. Hier kam zwar viel Licht an. Jedoch wenig Wasser und Nährstoffe, aber eben doch kontinuierlich geradeso genug. Daher der Ehrenplatz im Fensterbrett, denn hier kommt ausreichend Licht an die zarte Pflanze.

Darf ich Orchideen düngen?

Jain. Überdüngen wäre zu viel des Guten, die Pflanze braucht nicht viel, aber eben durchweg ein wenig Nährstoffe. Das heißt im Klartext: Wenig Stickstoff, wenig Phosphor, wenig Kalzium, ein bisschen Kalium und auch ein bisschen Magnesium.

Letzteres gibst Du vor allem dann, wenn die Blätter Deiner Orchidee hellgrün werden, denn das zeugt von einem mangelhaften Stoffwechsel, der dann durch das Magnesium wieder angekurbelt wird. Und auch mit Kalium kurbelst Du den Pflanzenstoffwechsel an, was die Pflanze widerstandsfähiger macht. Wenn es Deiner Orchidee daran mangelt, wird das Pflanzengewebe weich und sie wächst nicht mehr weiter.

Stickstoffmangel kann sich auch durch gelbe Blätter äußern, wird das Pflanzengewebe jedoch weicher, gibst Du zu viel Stickstoff. Calcium gibst Du in geringer Dosierung, um Spurenelemente zur Zellvermehrung zu verabreichen, damit förderst Du das Wurzelwachstum.

Wenn Du naturbelassen düngen möchtest, halte Dich an Tierdung. Diese Variante wird selten angewendet, weil man so schwer den Überblick über die genauen Nährstoffmengen behält. Daher wird oft der im Handel erhältliche flüssige Orchideen-Dünger verwendet.
Insgesamt sollte hier die Verabreichung von Stickstoff im Vordergrund stehen.

Muss ich im Herbst zurückschneiden?

Es gibt zwei verschiedene Orchideen-Arten, also solltest Du Deine Pflanze geschenkt bekommen haben, erkundige Dich bitte, um welche Sorte es sich genau handelt. Bei den meisten Arten ist es jedoch so, dass Du nach der Blüte die Blütenstände abschneiden solltest und die Pflanze danach in die Winterruhe schickst. Das heißt im Klartext: Die Pflanze braucht es kühler, Dünger wird nun gestrichen und Wasser gibt es nur noch wenig. Nach einer solchen Ruhepause blühen Orchideen meist wieder wunderbar, was nicht der Fall ist, wenn diese Pause der Pflanze nicht gegönnt wird. Diese Phase beginnt ab November. Auch künstliches Licht tut der Orchidee gut, aber Heizungsluft macht sie anfällig für Schädlinge. Daher empfiehlt es sich, die Pflanze regelmäßig mit Wasser einzusprühen, sie auf Läuse zu kontrollieren und den Raum gut zu belüften.

Foto © gitusik – Fotolia.com

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