Knollenfenchel und Fenchel anbau im Garten

Bei Fenchel musste ich mich lange Zeit schütteln, weil ich den Tee bereits als Kind ganz furchtbar fand. Inzwischen habe ich mich, dank einer lieben Kollegin, die mich einst mit Lamm und Fenchelgemüse bekochte, ziemlich gut mit dem Doldenblütler anfreunden können. Ich vermute sogar, in jungen Jahren in den Kleingärten Fenchel mit Dill verwechselt zu haben, worüber ich heute ein bisschen schmunzeln muss. Ich möchte die tolle Knolle jedenfalls nicht mehr missen, wenngleich sie wirklich Geschmackssache ist. Wie Du sie selbst anbauen kannst und entsprechend unbehandelt genießen, habe ich für Dich eruiert.

Der ideale Standort

Fenchel mag ganz lockeren Boden und wurzelt tief. Daher ist also vor der Aussaat im Freiland einmal umgraben anzuraten. Sonnig sollte sein Zuhause in Deinem Garten sein und am besten zuvor nochmals gedüngt worden sein. Zu trocken solltest Du den Knollenfenchel nicht werden lassen, dann schießt er schneller ins Kraut. Toll wäre, wenn Du zuvor im Beet Hülsenfrüchte oder Kopfsalat hattest, der Fenchel selbst sollte frühestens aller 3 Jahre wieder in diesem Beet stehen, sodass der Boden sich erholen und wieder mit entsprechenden Nährstoffen anreichern kann.

Beschreibung

Die Knollen (also die Zwiebeln) wachsen hier überirdisch und die gesamte Pflanze erreicht eine Höhe von zwischen 50 und 100 Zentimetern. Die Stiele sind ganz glatt und nur wenig geriffelt. Die daran befindlichen, sehr zarten Blätter erinnern ganz stark an Dill, riechen aber nicht danach. Ursprünglich kommt der Doldenblütler übrigens aus Vorderasien.

Die Saat

Es gibt verschiedene Saatvarianten. Du kannst mit dem Saatgut arbeiten, das Du dann ab April Daheim vorziehen kannst oder Du besorgst Dir im Handel schon vorgezogene, kleine Pflänzchen, das Deinen Ertrag vermutlich verbessern wird. Wenn Du Deinen Fenchel aus dem Saatgut ziehen willst, beginne damit nicht vor April, dieses Jahr kam der Winter so spät, dass Du die Saat bis in den Juni ziehen kannst. Die Keimschale sollte im Haus bei einer Temperatur zwischen 20 und 22 Grad gepflegt werden. Nach etwa 5 Wochen kannst Du die zarten Pflanzen ins Freiland aussetzen. Hier brauchen sie abermals 8 Wochen, um zu reifen. Generell solltest Du frühestens Mitte Mai aussäen nach draußen, dieses Jahr besser gen Ende Juni. 12 Wochen dauert es hier nun bis zur Ernte. Du solltest auf einen Abstand zwischen den Reihen von mindestens 40 Zentimetern achten und nach und nach die Pflanzen auf 25 Zentimeter Abstand innerhalb der Reihe vereinzeln.

Krankheiten und Schädlinge

Schnecken und Blattläuse haben zarte Fenchelpflanzen zum Fressen gern. Daher empfiehlt sich in der Tat eher die Aussaat fertiger Pflänzchen, da diese meist robuster und schon kräftiger sind als bei der Direktsaat. Gegen Schnecken helfen zerbröselte Eierschalen ganz gut. Falscher Mehltau ist einer der natürlichen Fenchelfeinde und Fenchelrost kann auftreten.

Die Ernte

Ist Dein Fenchel im Knollenbereich so groß, wie Deine Faust, darf er aus der Erde. Verholzt sein sollte er nicht, trocken wird er, wenn der Sommer zu trocken war. In der Regel kannst Du im August ernten, aber bis maximal Oktober solltest Du loslegen, da Fenchel sich mit Frost streitet. Im Zweifel solltest Du im Oktober die Beete etwas abdecken und die Knollen anhäufeln.

Verwendung und Aufbewahrung

Solltest Du Fenchel noch gar nicht kennen, stell Dich auf einen süßlich-scharfen Geschmack zwischen Anis und Dill ein. Ein milder Genuss ist er in Verbindungen mit Tomaten und wird oft mit Meeresfrüchten kombiniert. Die Samen kannst Du für den berühmten Tee verwenden und die Knolle kannst Du einkochen und in allen Variationen gekocht verzehren. Aufheben kannst Du Fenchel maximal 3 Tage im Keller, im Gemüsekühlfach bis höchstens 2 Wochen.

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