Der Erdbeerbaum

Der Erdbeerbaum - ein optischer Mix aus Kirschlorbeer und Litschi

Ich sehe schon, wie einige von euch Lesern die Stirn kraus ziehen. Manch anderer schmunzelt vermutlich. Einige erinnern sich an dieser Stelle an meinen Artikel für die Pflanzenkombination aus Tomate und Kartoffel. Auch hierbei dachte der ein oder andere, ich beliebe zu scherzen. Aber Mitnichten – auch den Erdbeerbaum gibt es tatsächlich. Als Beweis: Ich habe selbst zwei der Bäumchen. Die Früchte fehlen noch, da die sie eben noch sehr klein sind. Optisch wirken die Blätter beinahe, wie beim Kirschlorbeer, an dem freilich weder Lorbeer, noch Kirschen wachsen. Elf verschiedene Sorten gibt es, zumeist verteilt auf Mittelamerika und den Mittelmeerraum. Ich griff hier auf den westlichen Erdbeerbaum zurück – und zwar im Doppelpack. Einer gedeiht im Kübel auf einem der Balkone, da das Bäumchen gern viel Sonne hat. Der andere kommt nun alsbald ins Freiland und ich bin selbst noch gespannt auf das Ergebnis. Bis zu minus 10 Grad Celsius soll das Bäumchen schaffen können.

Wie muss ich mir den Erdbeerbaum vorstellen?

Die Frucht sieht ein bisschen aus, wie eine Litschi. Farblich allerdings variieren die Früchte: Von gelb bis grün, aber auch dunkles orange ist möglich. Die Laubblätter sind ledrig und gestielt und wechselständig angeordnet. Je nachdem, wie man den Baum halten kann, sieht er von der Form her aus wie ein Baum oder ein Strauch. Die Rinde ist erst grau und kann bis rötlich braun werden. Bis zu 5 Meter groß wird ein solcher Baum.

Wann trägt er Früchte und wie schmecken diese?

Der Erdbeerbaum ist winterhart und immergrün, sodass er das ganze Jahr zur Blüte in der Lage ist. Entsprechend kann er auch das gesamte Jahr über Früchte bringen. Von der Konsistenz her wird diese Erdbeere als eher mehlige Frucht beschrieben. Geschmacklich beinahe fad, aber auf jeden Fall wenig aromatisch. Die Frucht ist warzig und wirkt optisch eher, wie eine Litschi samt Schale.

Muss ich den Baum beschneiden?

Möchtest Du eine typische, ordentliche Baumform – ja. Und: Bei Astbildung, wo es keinen Fruchtansatz zu sehen gibt, kannst Du definitiv kappen. Hier steckt die Pflanze nur unnütze Kraft hinein, ohne an dieser Stelle Ertrag zu bringen. Mit dem Beschneiden kannst Du auch sogleich im ersten Jahr beginnen, wenn es notwendig scheint. Vergeilte Pflanzen bringen Dir ja am Ende nicht viel. Kaufen kannst Du den Erdbeerbaum übrigens als Saatgut, also in Form von Samen oder eben als fertiges, kleines Bäumchen. Hier geht es im Handel bei etwa 10 Zentimeter Größe los.

Der ideale Standort

Der Erdbeerbaum ist eindeutig ein Lichtzehrer. Besonders pflegeintensiv ist der Baum nicht, aber Dünger schadet nicht. Der Exot zieht alsbald in die Kleingärten und auf die Terrassen und Balkone ein, da bin ich mir ganz sicher. Kälter als Zehn Minusgrade sollte er nicht ertragen müssen. Diese chinesische Erdbeere, wie sie auch gern genannt wird, ist immergrün und will immer erst dann gegossen wieder, wenn die oberste Erdschicht schon wieder getrocknet ist. Staunässe muss also nicht sein. Der Boden sollte möglichst leicht sauer sein, also kalkfrei oder neutral.

Die Pflanze gilt als winterhart, aber freilich ist auch sie anfällig gegen extremen Frost, wie soeben bereits erwähnt – überwintern würde ich sie also am besten schon kühl, um sie abzuhärten, aber doch besser drinnen. Das Treppenhaus bietet beispielsweise eine sehr gute Alternative. In dieser Phase empfehle ich zudem auch, weniger zu gießen. Die Blüte lässt zumeist bis April auf sich warten, die Rispen hängen dann aufrecht in Weiß.

Foto © pico – Fotolia.com