Ananas selbst ziehen

Ganz bewusst wollte ich mal etwas Exotischeres ausprobieren. Daher beschäftigte ich mich mit der Aufzucht von Ananas, da diese Frucht beinahe jeder gerne isst. Außerdem durfte ich hocherfreut feststellen, dass viele Leser gerne Sachen selbst ausprobieren, statt immer alles fertig zu kaufen. Selbstverständlich laufen nebenher, wie im Grunde immer, die realen Experimente zum aktuellen Thema.


Wieso kommt man auf die Idee, Ananas selbst zu ziehen?

Der triste Winter macht Dir irgendwann zu schaffen und Du hast wohlmöglich sogar ein Gewächshaus, das Du nutzen kannst um ein paar neue Sachen zu versuchen? Ideal.

Aber auch in der Wohnung kann die Anzucht von Ananas funktionieren.

Die Pflanzen sind hübsch anzusehen und ein tolles Geschenk.

Zugegebenermaßen mit viel Geduld einhergehend, kannst Du Deine eigene Ananas ziehen in dem Wissen, dass kein zwielichtiger Dünger oder Ähnliches verwendet worden ist!

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Erste vegetative Variante: Im Wasser.

Hierüber sind die Quellen etwas gespalten. Letztendlich wird stets angeraten, die Anzucht direkt in Anzuchterde zu machen und nicht im Wasser, da das wohl oft schief geht.

Bei der Anzuchtvariante im Wasser musst Du zunächst ja eine gekaufte Ananas nutzen. Normalerweise wirst Du beim Kauf darauf achten, dass die oberen derben Blätter sich leicht herauszupfen lassen, denn dann ist die Frucht reif und süß.

Wenn Du die Ananas pflanzen willst, solltest Du es umgekehrt angehen. Die Blätter sollten grün sein und noch ganz festsitzen. Die Blätter sollten sich keinesfalls leicht von der Frucht lösen.

Du kappst keilartig die Krone der Ananas, sodass Du den Strunk sozusagen entnehmen kannst.

Diesen Strunk befreist du von dem umgebenden Fruchtfleisch und wäschst ihn ab. Nun hast Du ausschließlich den hölzernen Teil übrig. Hier entfernst Du die äußeren, eher braunen Blätter bitte, bis Du einen hellgelben Strunk übrig hast.

Eine Umgebungstemperatur von etwa 25 Grad Celsius mag die Ananas, zu heiß sollte es nicht sein.

Dann nimmst Du ein schmales Glas zur Hand, das im unteren Teil mit Wasser befüllt worden ist.

Bitte achte darauf, dass auch nur der hölzerne Teil im Wasser schwimmt, die Blätter sollten hier den Halt am Glasrand geben.

Nun musst Du Geduld haben, die ersten kleinen Wurzeln kannst Du nach einiger Zeit beobachten und dann die Pflanze in die Anzuchterde setzen.

Danach verfährst Du weiter, wie im folgenden Abschnitt beschriebenen Anzuchtverfahren direkt über die Erde.

Das Wasser im Glas musst Du bitte aller 2 Tage wechseln, schön klar soll es bleiben. Sonne braucht der Strunk definitiv, Helligkeit ist wichtig, ebenso wie Luftfeuchtigkeit. Falls Du Platz im Fensterbrett Deines Badezimmers hast, wäre das sehr zuträglich. Achte dennoch darauf, es nicht zu gut zu meinen, denn Schimmel willst Du vermeiden.

2. vegetative Variante: Direktes Einpflanzen.

Auch bei dieser Variante musst Du etwas Geduld aufbringen.

Wenn Du den Strunk aus der Frucht geschnitten hast, ihn vom Fruchtfleisch befreitest, um ihn danach 3 bis 4 Tage trocknen zu lassen, kommt er direkt in die Anzuchterde.

Hierfür kannst Du erfahrungsgemäß triviale Blumenerde verwenden, allerdings eignet sich idealerweise ein Gemisch aus Sand, Torf und Kokos.

Beim Einpflanzen sollte der Blattschopf noch aus der Erde ragen.
Danach braucht die Pflanze dringend Wasser. Staunässe solltest Du bitte meiden, das regt an zu Pilzbefall, was dann die Ananas braun und matschig macht und Du wieder von vorn beginnen müsstest.

Du kannst hier beim Gießen auch so vorgehen, dass Du das Wasser in den Blattkelch einträufelst, da die Ananas zu den Bromeliengewächsen gehört.

Ein Schlusswort zur Geduld

Ich betone gern nochmals, dass Du hierfür wirklich Geduld brauchst.

Die Bewurzelung an sich dauert bestimmt ein Vierteljahr, wenngleich Du beim Entstrunken bereits kleine, braune Würzelchen erkennen kannst.

Beim Wurzeln auf Hydrobasis soll man zwar schnell Ergebnisse sehen, aber der Pflanze fällt es dann wohl schwerer, sich auf Erde umzugewöhnen.

Im 3. oder 4. Jahr wirst Du erste Früchte frühestens erwarten können, selbstverständlich in Abhängigkeit des Standortes, der Umgebungstemperatur und der Feuchtigkeit. Allerdings sieht die Pflanze selbst im Topf schön optisch wirklich toll aus.

Anzucht aus Samen

Das würde ich als echte Königsdisziplin bezeichnen.

Die Samen der Ananas findest Du etwa 10 Millimeter unter der Schale, sind kleiner als ein Streichholzkopf und braun.

Nachdem Du die kleinen Kerne aus der Fruchtschale entnommen hast, kannst Du sie entweder einen Tag lang trocknen oder 14 Stunden lang wässern.

Danach kommen sie auf feuchtegehaltene Anzuchterde und werden leicht angedrückt.

20 bis 30 Grad Celsius brauchen die Kerne nun unter einer Folie in Deinem Gewächshaus.

Nun heißt es wieder: Warten. Im Schnitt nach 2 Monaten kann sich etwas tun im Topf, die Hälfte der gesäten Kerne könnte etwas werden.
Übrigens mag die Ananas Regenwasser oder kalkfreies Wasser. Zwei Wochen Urlaub tun Deiner Ananas nicht gut, sie würde vertrocknen. Also bitte doch den netten Nachbarn, sie unterdessen zu gießen.

Staunässe musst Du zwingend vermeiden, die Ananas schimmelt ganz schnell.